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Der Mensch – auf den Schöpfergott angewiesen!

Persönliches Gottvertrauen in den Schöpfer durch Gebet: Der Mensch in seiner Vergänglichkeit und Begrenztheit ist in allen Lebensbereichen von Gott abhängig. Das drückt der gottesfürchtige und damit weise Mensch (Spr 9:10) dadurch aus, dass er sich im Gebet an Gott wendet. Untersucht man einige der in der Bibel überlieferten Gebete, denen man eine hohe Wichtigkeit beimessen muss, so stellt man fest, dass Gott häufig als Schöpfer angerufen wird: das schon angesprochene Gemeindegebet vor dem Thron Gottes (Off 4:11) in der Ewigkeit; Hiskias Gebet um Gottes Eingreifen bei der Bedrohung durch Serubbabel (Jes 37:16); Jeremias Bußgebet im Namen des Volkes (Jer 14:20-22) und sein Gebet um die Wiederherstellung Israels (Jer 32:17) sowie das Bußgebet der Leviten im Namen der aus Babylon zurückgekehrten Juden nach der Verlesung des Gesetzes (Neh 9:6). Diese Gebete bezeugen, dass Menschen in Demut Gott nahen (Jak 4:6b), indem sie ihn als Schöpfer ansprechen. Gott erkennt die Abhängigkeit der Betenden und erhört sie.

Allgemeines Gottvertrauen in den Schöpfer im Leid: Eng mit dem Aspekt des Gebets verknüpft ist auch das allgemeine Gottvertrauen. Als Hiob durch ungeheures persönliches Leid gegangen war und die ausführlichen Dialoge mit seinen Freunden ihn nicht aufmuntern konnten, blieb ihm nur noch eine Zuflucht: Gott selbst! Nach allen menschlichen „Worten ohne Erkenntnis“ (Hi 38:2) tritt Gott als Gesprächspartner auf und führt Hiob durch Demut (Hi 40:4.5 und 42:6) zurück zum Lebensmut. Wie geht Gott vor? Er verwendet 121 Verse (fast vier ganze Kapitel), um seine Schöpfermacht in den unterschiedlichsten Bereichen der Natur in Form von Fragen zu demonstrieren! Das überzeugt Hiob. Er erkennt, dass Gott alles vermag (Hi 42:2) und dass alle seine Einwände (42:3) gegen Gottes Führungen in seinem Leben nichtig sind, denn Gott ist so groß und allmächtig, dass er genau weiß, was er tut. Hiobs Gottesbild war zu klein (42:5).

Nun, da er weiß, wie Gott wirklich ist, fühlt er sich schuldig und bekennt seine Herzensrebellion gegen Gott und tut „Buße in Staub und Asche“ (42:6)! Bedenken wir: Hiob ist immer noch genauso krank wie vorher! Die scheinbar ungerechte Wucht des Leids, die ihn als Individuum getroffen hat, ist nach wie vor gegenwärtig, aber der Blick auf das Wesen Gottes als Schöpfer verändert seinen Blick auf seine eigene Situation drastisch, er schöpft unendliches Gottvertrauen und demütigt sich total! Das kann jedem von uns, der durch ein Leidenstal geht, eine Lehre sein: durch die Betrachtung der Schöpfung, und damit Erkenntnis des Schöpfers, kann man Hiobsbotschaften aushalten! Bei Hiob gab es eine glückliche Wende – er wurde mehr als wiederhergestellt, sodass er sein Leid verarbeiten konnte und alt und lebenssatt sterben durfte (Hi 42:17).

Auch der leiderprobte Petrus stößt im Neuen Testament in dasselbe Horn, wenn er „die, welche nach dem Willen Gottes leiden“ ermuntert, dass sie „ihre Seelen ihm als dem treuen Schöpfer anvertrauen und dabei das Gute tun“ (1Petr 4:19).

Kollektives Gottvertrauen in den Schöpfer als Volk Israel: Nicht nur das persönliche, sondern auch das kollektive Gottvertrauen des ganzen Volkes Israel ist an das Wesen Gottes als Schöpfer geknüpft: Im Buch des Propheten Jeremia spricht Gott selbst, der als derjenige vorgestellt wird, der „die Sonne als Licht bei Tag gegeben hat und die Ordnungen des Mondes und der Sterne zu leuchten bei Nacht; der das Meer erregt, dass seine Wellen brausen“, folgendes: „Wenn diese Ordnungen vor meinem Angesicht beseitigt werden können, [...] dann soll auch der Same Israels aufhören, allezeit ein Volk vor meinem Angesicht zu sein!“ (Jer 31:35.36). Der ewige Bund Gottes mit dem jüdischen Volk, der auch bis in unsere Zeit hineinreicht, wird von der Schöpfung her begründet. Unsere Position zum Volk Israel hängt auch mit unserem Schöpfungsverständnis zusammen!

„Durch die Betrachtung der Schöpfung, und damit Erkenntnis des Schöpfers kann man Hiobsbotschaften aushalten!“

Globales Gottvertrauen in den Schöpfer in der Weltmission: Will man schließlich allen Nationen den Gott der Bibel bekannt machen und durch Mission auch die Heiden zum Gottvertrauen ermutigen, kommt man an der Schöpfung nicht vorbei: sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wird den Heidenvölkern beim ersten Kontakt Gott zuallererst als der Schöpfer vorgestellt. Jeremia ruft die Juden im babylonischen Exil sehr eloquent zur Evangelisation der Heiden auf: „So sollt ihr nun zu ihnen sagen: Die Götter, welche weder Himmel noch Erde erschaffen haben, sie werden von der Erde und unter dem Himmel verschwinden! – Er ist's, der die Erde erschaffen hat durch seine Kraft, der in seiner Weisheit den Weltkreis abgegrenzt hat und mit seinem Verstand den Himmel ausgespannt hat.“ (Jer 10:11.12) Und in den folgenden Versen führt er Gottes Handeln in der Natur aus, im Gegensatz zu den toten Götzen der Heiden, die „Betrug“ und „Schwindel, [...] ein lächerliches Machwerk“ sind. „Jakobs Teil“, also der biblische Gott, „ist nicht wie diese, sondern der Schöpfer des Alls ist er“ (Jer 10:13-16).

Als Paulus etwa 600 Jahre später auf dem Areopag in Athen einen „Altar, auf dem geschrieben stand ‚dem unbekannten Gott‘“ entdeckt, erklärt er den Heiden seiner Zeit, wen sie da eigentlich verehren: es ist „der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist“ (Apg 17:23.24). Somit ist auch bei der Weltmission der Schöpfungsgedanke fundamental.