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Eine Geschichte über den Kolibri und den Star

von Philip Bell
creation.com

Als ich den Wissenschaftsteil meiner Zeitung las, war ich von einer Gemeinsamkeit zweier nebeneinander veröffentlichter Artikel besonders beeindruckt: einer ging über den bescheidenen Star [1] und der andere über eine exotischere Kolibriart[2]. In beiden Fällen wurde darüber berichtet, wie faszinierende neue Forschungsergebnisse unser Verständnis über das Vogelverhalten dieser zwei unterschiedlichen Vogelarten erweitert haben. Geschichten wie diese veranschaulichen, wie unterschiedliche Anfangsannahmen zu völlig unterschiedlichen wissenschaftlichen Modellen oder einem anderen Verständnis führen können. Das ist auch für die Ursprungsdebatte besonders relevant.

Das Geheimnis eines erstaunlichen Schwanzes wird gelüftet

Forscher untersuchten an der Universität Berkeley in Kalifornien die hochfrequenten Zwitschergeräusche, die von Männchen einer Art namens Annakolibri abgegeben werden. Sie fanden heraus, dass das Zwitschern nicht vom Kopfende kam, wie zuvor angenommen wurde, sondern vom Schwanzteil. Tatsächlich erzeugt dieser Vogel diese lauten Geräusche durch superschnelle Bewegungen seiner Schwanzfedern (zu schnell, als dass Menschen sie mit bloßem Auge sehen könnten), was bisher bei keinem Vogel beobachtet wurde. [3]

Natürlich interpretierten die Forscher diese Vogel-Studie im Rahmen ihres evolutionistischen Weltbilds: „Das Team ist der Meinung, dass kleinere Vögel diese Möglichkeit, mehr Macho-Geräusche zu erzeugen, wahrscheinlich aufgrund der Beschränkungen ihrer kleinen ‚Singbox‘ oder Syrinx (wiss. Bezeichnung des Stimmkopfs bei Vögeln, Anm. d. Übers.) entwickelt haben.“ Wissenschaftlich gesehen nennt man dies eine unbegründete Hypothese.

Man vermutet (ohne Beweise), dass die Weibchen der Vorfahren dieser Vögel von lauteren („Macho“-?) Geräuschen mehr angezogen worden seien als vom Standardzwitschern, und dass dadurch ein Selektionsdruck für diesen Mechanismus entstanden sei. Darüber hinaus nimmt man an, dass ihre Kehlköpfe irgendwie limitiert waren und daher die Männchen dazu „ermutigt worden wären“, ein raffiniertes Klangerzeugungsverhalten zu entwickeln, indem sie nämlich ersatzweise ihre Schwänze benutzten! Echte wissenschaftliche Hypothesen müssen getestet werden, aber es ist schwer zu erkennen, wie das hier gehen könnte, so dass es kaum mehr als eine „Einfach-nur-so“ Geschichte ist (nach Rudyard Kipling). Und natürlich denken sie nicht im Geringsten daran, dass diese Kolibri-Fähigkeiten auch erschaffen sein könnten!

Erstaunlich! Kolibris können mit ihren Füßen weder laufen noch hüpfen. Selbst wenn sie sich nur einen Zentimeter zur Seite bewegen wollen, benutzen sie dazu ihre Flügel. Das liegt daran, dass die Füße des Kolibris besonders klein sind. Dies ermöglicht ihm ein effizienteres Fliegen, obwohl seine Flügel im Verhältnis nicht größer als bei anderen Vögel sind. Zum Putzen kommen die kleinen Füße jedoch zum Einsatz.

 

Eine wichtige Frage, die sich die Forscher hätten stellen können, um ihre „Macho-Idee“ zu erforschen, lautet: Ist diese Art von Kolibris die einzige Art, bei dem die Männchen mit ihren Schwänzen zwitschern? Wenn dies so ist und man bedenkt, dass alle Kolibris wahrscheinlich von einem ursprünglich erschaffenen Grundtyp (Baramin, Kunstwort aus dem Hebräischen bara = „er erschuf“ und min = „Art“, Anm. d. Übers.) abstammen, dann hätte dies ihre Idee unterstützt, dass sich das Schwanzgezwitscher im Laufe der Zeit auf natürliche Weise entwickelt hat.

Doch wenn Schwanzgezwitscher bei verschiedenen Arten von männlichen Kolibris üblich wäre, dann scheint es, dass die Fähigkeit bei den ursprünglichen Kolibris vorhanden war und dass einige Arten sie verloren haben. Das würde darauf hindeuten, dass der Schwanzgesang ein Designmerkmal ist, das speziell für den ersten männlichen Kolibri geschaffen wurde. (In der Tat stellten die Forscher fest, dass einige andere Kolibri-Varianten ganz ähnliche Schwanzfedern haben, so dass auch bei diesen eine Tonerzeugung mittels des Schwanzes vermutet wird [4] – natürlich erkannten die evolutionistischen Wissenschaftler diesen Hinweis auf die Schöpfung nicht; Anm. d. Übers.)

Die Wissenschaftler haben bemerkenswerte Hinweise dafür entdeckt, dass die anatomischen Fähigkeiten und Verhaltenseigenschaften geradezu perfekt sind, um diese Töne zu erzeugen. Die Innenfahne (eine Fläche aus miteinander verbundenen Haken und Widerhaken [5]) jeder Schwanzfeder flattert auf und ab, und der 4 kHz-Ton wird nur dann erzeugt, wenn eine Wanderwelle über die gesamte Länge der Feder (von der Basis bis zur Spitze oder von der Spitze bis zur Basis) wandert.

In genialen Experimenten untersuchten die Forscher die Reaktion von Federn in Luftstrahlen mittels Hochgeschwindigkeitsvideo (bis zu 20.000 Bilder pro Sekunde). Durch manuelles Trennen einiger Widerhaken und damit einer Störung der durchgehenden Federfahne wurde die Fähigkeit der Federn zur Tonerzeugung zerstört. Das konnte einfach durch erneutes Verbinden der Häkchen wiederhergestellt werden, und somit auch die Wellensynchronität.

Darüber hinaus gibt es keine Beweise, die die Vorstellung rechtfertigen, dass Kolibris sich aus etwas anderem als Kolibris entwickelt hätten. Im Einklang damit sehen die „frühesten“ Kolibri-Fossilien „auffallend ähnlich“ aus wie die, die wir heute finden. [6] Und Vogelfedern weisen eine Menge Kennzeichen genialen Designs auf, die jeder Vorstellung eines evolutionären Ursprungs trotzen. [7]

Stare sind Profis im Zusammenhalten

Einen großen Vogelschwarm dabei zu beobachten, wie er sich im Flug schräg stellt, rollt, dreht, schwenkt und ständig verschiedene Formen annimmt, kann eine faszinierende Erfahrung sein; ein ähnliches Phänomen tritt in sehr großen Säugetierherden und in Fischschwärmen auf. Deshalb werden solche Darbietungen von Naturliebhabern auf der ganzen Welt als eines der größten Naturschauspiele angesehen. Aufgrund ihrer schieren Anzahl bilden die Stare einige der eindrucksvollsten Vogeldarbietungen in der Luft. Doch wie können sie in einer so beeindruckenden zusammenhängenden Gruppe fliegen? Das Staren-Projekt war der gemeinsame Erfolg einiger europäischer Wissenschaftler.[8] Sie untersuchten große Vogelschwärme am Himmel über Rom, um zu erforschen, wie sie zusammenhalten und im Gleichklang fliegen, fast wie ein Superorganismus.

Bisher galt die Überzeugung, dass jeder Vogel einfach einen bestimmten Abstand zu seinen nächsten Nachbarn einhält. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Annahme total falsch ist [9], wie die Forscher selbst zugestanden. Stattdessen ist das Dutzend Forscher (darunter Biologen, Physiker und Statistiker) zu einer verblüffenden Schlussfolgerung gelangt, die auf einer umfassenden Analyse der dreidimensionalen Positionen von mehreren Tausend einzelner Vögel im Schwarm beruht: Jeder Star scheint die Positionen von durchschnittlich sechs oder sieben seiner Nachbarn kontinuierlich zu überwachen, unabhängig davon, wie weit diese entfernt sind.

Mit anderen Worten haben Stare eine vorprogrammierte, numerische Objektverfolgungsfähigkeit. In ihrem veröffentlichten Artikel erklären die Autoren, wie diese Verfolgungsmethode dem Schwarm ermöglicht zu verhindern, dass Greifvögel einige Nachzügler schnappen, denn „durch die Interaktion innerhalb einer festen Anzahl von Individuen kann die Ansammlung entweder dicht oder spärlich sein, ihre Form verändern, schwanken und sich sogar aufspalten, wobei derselbe Grad an Zusammenhalt erhalten bleibt.“ [10]Kein Wunder, dass die Teammitglieder zugegeben haben, dass Stare viel intelligenter sind, als sie es ihnen zugetraut hätten – sicherlich nicht das erste Mal, dass Wissenschaftler von brillanten Vogelgehirnen verwirrt wurden! [11]

Falsche Annahmen durch neue Beweise widerlegt

In beiden hier besprochenen Berichten hatten falsche Überzeugungen oder Annahmen (wenn auch vernünftige) zur Folge, dass sich die Wissenschaftler auf dem Holzweg befanden – oder im Fall des Annakolibris das falsche Ende untersucht hatten! Auch im Bereich der letztendlichen Ursprünge sehen wir, wie vorangestellte Annahmen (oder Weltanschauungen) die Wahrnehmung der Menschen von der Welt um sie herum prägen. Wenn wir mit den bemerkenswerten Einblicken in die Art und Weise, wie Tiere funktionieren und sich verhalten, konfrontiert werden, müssen wir tatsächlich eingestehen, dass dies ein überwältigender Beweis für einen wunderbaren Schöpfer ist, der sie erdacht, geplant, programmiert und gemacht hat.

Andrerseits müssen diejenigen, die ihr Verständnis der natürlichen Welt auf der Voraussetzung aufbauen, dass Gott nicht existiert, zu dem Schluss kommen, dass sich alles von selbst geschaffen hat. Fragen Sie sich selbst: ist es wissenschaftlich, zu glauben, dass das ausgezeichnete Design des Verhaltens von Starenschwärmen und die Kolibri-Kommunikation lediglich die Folge von Vater Zeit, Mutter Natur und Göttin Glück ist? Und wenn nicht, ist es dann nicht höchste Zeit, dass auch Ihre grundlegenderen Überzeugungen und Annahmen umgestoßen werden?

Den Geschichtsrahmen der Bibel zu akzeptieren (eine andere, aber nicht weniger vernünftige Annahme [12]) bedeutet, die Tür zu einer neuen Art des Verstehens zu öffnen, die in der Erkenntnis gipfelt, dass die Menschen nach Gottes Bild geschaffen wurden. Natürlich müssen wir anerkennen, dass wir durch die Sünde kläglich hinter der von Gott angestrebten Perfektion zurückbleiben. Die, welche Jesus Christus als ihren Herrscher und Retter angenommen haben (durch echte Buße und echten Glauben), können zuversichtlich sein, dass ihre Überzeugungen wohlbegründet sind – sie werden nicht überholt!

Otmoor Lane,Beckley,Vereinigtes Königreich
Viele Sperlinge formen eine Skulptur am Himmel, die Ähnlichkeiten mit einem Wal aufweist.



[1] Highfield, R., Geheimnis, wie diese Federvögel zusammenhalten, The Daily Telegraph, 30. Januar 2008, Seite 3.

[2] Highfield R., Der clevere Kolibri benutzt seinen Schwanz, um seinen Kameraden ein Ständchen zu bringen, The Daily Telegraph, 30. Januar 2008, Seite 3.

[3] Clark, C.J. and Feo, T.J., Der Annakolibri zwitschert mit seinem Schwanz: ein neuer Mechanismus der Sonation bei Vögeln, Proc. R. Soc. B, online veröffentlicht, 29. Januar 2008.

[5] Eine Erklärung, warum Federn für die Evolution ein Problem sind, siehe Kapitel 4, Bird Evolution, von: Sarfati, J., Refuting Evolution , Master Books, 1999, Seiten 64–67. Ebenso: Refuting Evolution – Kapitel 4.

[6] Oldest hummingbird fossils found, BBC News online, 6. Mai 2004, Zugriff am 18. Februar 2008.

[7] Siehe Wieland, C., Bird evolution flies out the window , Creation 16(4):16–19, September 1994.

[8] Ballerini, M. et al., Interaction ruling animal collective behavior depends on topological rather than metric distance: Evidence from a field study, Proc. Natl Acad. Sci. USA 105(4):1232–1237, 29. Januar 2008.

[9] Streng genommen wird dies als die metrische Distanz bezeichnet, während die Forschung zeigt, dass die Vögel die topologische Distanz (Interaktionen) mit anderen Vögeln „berechnen“, wie in diesem Artikel diskutiert wird.

[10] Ballerini, M. et al., Seite 1235.

[11] Zum Beispiel, siehe Sarfati, J., Fantastische Fliegerei durch avancierte Aeronautik , Creation 29(1):37–39, Dezember 2006; Catchpoole, D.,Flügel im Wind, Creation 23(4):16–23, September 2001; and Jaroncyk, R., Papageien-Wunderkind,7. März 2007.

[12] Siehe Sarfati, J., Loving God with all your mind: Logic and creation , Journal of Creation (früher TJ) 12(2):142–151, 1998.