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von Craig Perman

creation.com

Hoch in den Baumkronen kopfüber und bewegungslos zu hängen, ist keine gute Art, um Aufmerksamkeit zu erregen, aber das ist genau der Lebensstil, den das einsame Faultier bevorzugt. Faultiere, die für das Leben in den Baumkronen geschaffen sind, verbringen fast ihr ganzes Leben damit, an Ästen zu hängen, unterstützt durch den kräftigen Griff ihrer markanten 8-10 cm langen Krallen an jedem Fuß. Faultiere wiegen etwa 4-8 kg und sind in den tropischen Tieflandregenwäldern Mittel- und Südamerikas beheimatet.

Das Faultier hat einen runden Kopf, eine kurze Schnauze, kleine Augen, lange Beine, winzige Ohren und einen Stummelschwanz. Sein Fell ist lang, grob und von hellbrauner Farbe.

Die Faultierfamilien

Es gibt nur zwei Familien von Faultieren, sowohl der lebenden als auch der ausgestorbenen: die eine nennt sich Bradypodidae (Dreizehenfaultiere), von denen es heute nur noch eine Gattung mit vier Arten gibt. Die andere Familie bilden die Megalonychidae (Zweizehenfaultiere), von denen es ebenfalls nur noch eine Gattung mit zwei Arten gibt. Die Zehenzahl bezieht sich nur auf die funktionstüchtigen Zehen an den Vorderbeinen, denn beide Gruppen verfügen über drei Zehen an den Hinterbeinen. Die heute lebenden Dreizehenfaultiere haben kurze Stummelschwänze, während die Zweizehenfaultiere schwanzlos sind.

Alle lebenden Faultiere sind nachtaktiv und decken den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs aus der Nahrung. Dreizehenfaultiere sind Blattfresser (eine Untergruppe der Pflanzenfresser), das heißt, sie ernähren sich hauptsächlich von Blättern, wenngleich auch Sprossen und einige Früchte zu ihrem Nahrungsangebot zählen. [1] Zweizehenfaultiere hingegen sind Allesfresser, d. h. sie nehmen, wie der Mensch, eine Vielzahl von Nahrungsmitteln zu sich. Dazu gehören das Laub und manchmal auch die Früchte des Ameisenbaumes, genauso wie Algen, Pilze und Kleintiere wie beispielsweise kleine Eidechsen, Vogeleier und Aas. [2]
Das Dreizehenfaultier kann seinen Hals um bis zu 270° in beide Richtungen drehen, da es im Vergleich zum Zweizehenfaultier drei zusätzliche Wirbel aufweist. Die Haare des Faultieres wachsen von den Extremitäten (Händen und Füßen) weg, um es vor den Elementen zu schützen, während es kopfüber hängt.
Das Dreizehenfaultier stößt einen hochfrequenten Ruf aus, der als „ahh-iiii“ durch die Wälder schallt. Wegen dieses Geräusches wird es manchmal als ai bezeichnet. [3]

Lebensweise der Faultiere

Man nimmt an, dass Faultiere etwa 10-20 Jahre alt werden. Das Faultier trägt seinen Namen, weil es sich so wenig bewegt, und dabei auch noch extrem langsam – etwa 15-30 cm pro Minute. [4] Mit einer sehr niedrigen Stoffwechselrate von weniger als 50%, die für ein Säugetier ähnlicher Größe erwartet wird, halten Faultiere eine niedrige Körpertemperatur von 30-34° C aufrecht. Diese ist sogar noch niedriger, wenn sie ruhen. Als langsamstes Säugetier der Erde schläft das Faultier in Gefangenschaft 15 bis 20 Stunden am Tag und somit wesentlich mehr, als in freier Wildbahn. [5] Faultiere bleiben oft regungslos, selbst wenn sie wach sind, was die Frage aufwirft, ob Faultiere in Gefangenschaft wirklich so viel schlafen.

Kürzlich fanden die Wissenschaftler des Smithsonian-Instituts jedoch mit Hilfe von Miniaturgeräten, die die Gehirnströme messen, heraus, dass wilde Faultiere tatsächlich durchschnittlich sechs Stunden pro Tag weniger schlafen, als Faultiere in Gefangenschaft. [6]
Faultiere können jahrelang auf demselben Baum leben und steigen nur herunter, um zu verrichten oder gelegentlich in der Nähe nach Nahrung zu suchen. Sobald Faultiere jedoch vom Baum herunter sind, werden sie zu einem leichten Ziel für Raubtiere oder die einheimische Bevölkerung, die sie wegen ihres Fleisches jagt. Es ist sogar bekannt, dass Faultiere ihren Halt behalten und im Baum hängen bleiben, nachdem sie gestorben sind.
Faultiere paaren sich und gebären, während sie in den Bäumen hängen. Dreizehenfaultier-Babys klammern sich in den ersten neun Monaten ihres Lebens an ihre Mütter, während sie zwischen den Bäumen umherwandern. Auf dem Boden behindern die schwachen Hinterbeine der Faultiere und ihre langen Krallen die Fortbewegung. Auf der Website von National Geographic heißt es:
„Sie müssen sich mit ihren Vorderklauen in die Erde eingraben und sich mit ihren starken Vorderbeinen fortbewegen, wobei sie ihre Bäuche über den Boden schleifen. Wenn sie am Boden entdeckt werden, haben diese Tiere keine Chance, Raubtieren, wie z. B. Großkatzen, zu entkommen, und müssen versuchen, sich durch Krallen und Bisse zu verteidigen.“ [7]
Manchmal fallen sie von den Bäumen des Regenwaldes in Flüsse, wo sie mit ihren langen Armen effizient und anmutig schwimmen.

Ausgestorbene Riesenbodenfaultiere

Es gibt viele ausgestorbene Gruppen von Faultieren, die meisten von ihnen waren Bodenbewohner. Sie waren oft wesentlich größer als die beiden modernen Gruppen der (baumbewohnenden) Faultiere, obwohl man annimmt, dass sie alle mit ihnen verwandt sind. Das riesige bodenbewohnende Faultier der Gattung Megatherium (griechisch; „großes Tier“) hatte zum Beispiel die Größe eines modernen Elefanten. Mit einem wahrscheinlichen Gewicht von über fünf Tonnen war es über 6 m lang. Der Megalonyx (griechisch: „große Klaue“) war mit etwa der Hälfte dieser Größe immer noch eine beeindruckende Kreatur. Während der Eiszeit lebte Megatherium in Mittel- und Südamerika, während Megalonyx in Nordamerika wohnte. Anstatt kopfüber von Bäumen zu hängen, standen Riesenfaultiere wahrscheinlich auf ihren Hinterbeinen und konnten so Äste herunterbiegen, um ihre Nahrung zu erreichen.

Ein weiteres ausgestorbenes Riesenfaultier war das wasserlebende Thalassocnus, das etwa 2 m lang war. Seine Beinknochen hatten eine besonders hohe Dichte, um beim Tauchen zu helfen.

Haariges Ökosystem

Der pelzige Körper des Faultiers bräuchte nach menschlichen Maßstäben eigentlich eine gute Haarwäsche, jedoch dient er als wichtiger Lebensraum für Kolonien von symbiotischen Cyanobakterien (früher auch Blaualgen genannt), die das Fell des Faultieres vor allem während der Regenzeit grün färben. Die dicken, groben Außenhaare des Faultieres haben quer verlaufende Risse, in denen diese wachsen und gedeihen. Die Algen sind artspezifisch und werden durch engen Körperkontakt und Belecken von der Faultiermutter an ihre Nachkommen weitergegeben. Die Algen gehen eine symbiotische Beziehung mit dem Säugetier ein – sie bieten dem Faultier Tarnung und Nährstoffe im Tausch gegen Wasser und einen Platz zum Wachsen. Fadenwürmer und Mottenlarven, die sich vor ihren eigenen Fressfeinden verstecken, gedeihen ebenfalls in dem haarigen Ökosystem, das sprießt, während die Faultiere kopfüber an Bäumen hängen.
Innerhalb dieses wahrhaften Zoos von Flora und Fauna wurden 84 Isolate (separate lebensfähige Organismen) von Pilzen aus Laborkulturen gewonnen. [8] Ein Forscherteam aus Panama und den Vereinigten Staaten nahm 2011 Proben der groben äußeren Haare im unteren Rückenbereich von neun Faultieren, die im Soberanía-Nationalpark in der Nähe des Panamakanals leben. Es wurde festgestellt, dass einige der Pilze gegen Parasiten, die Malaria verursachen, MCF-7 menschliche Brustkrebszellen und eine Reihe von krankheitserregenden Bakterien, wirksam sind. Acht weitere Pilze hemmen Trypanosoma, eine Art einzelligen Erreger, der die Chagas-Krankheit verursacht. Es wird vermutet, dass zukünftige Medikamente für den Menschen von diesen Mikroben stammen könnten. [9]

Ursprünge des Faultiers

Säkulare Biologen, die behaupten, dass der gemeinsame Vorfahre der beiden heutigen Faultiergattungen vor 35-40 Millionen Jahren lebte, geben zu, dass die Evolutionsgeschichte der beiden lebenden Faultiergruppen nicht gut bekannt ist. Interessanterweise glauben sie aber, dass trotz der großen Ähnlichkeiten zwischen den beiden Gattungen beide viel enger mit einigen der bodenbewohnenden Faultiere verwandt sind (die heute alle ausgestorben sind – siehe Kasten oben), als mit der jeweils anderen heute lebenden Faultiergattung. Daher sind sie gezwungen, die lebenden Faultiere als verblüffende Beispiele für „Parallelevolution“ zu betrachten, einer wiederholten Evolution ähnlicher Merkmale, durch reinen Zufall, in mehreren Abstammungslinien.[10]

Die Forscher geben bereitwillig zu, dass die Evolutionsgeschichte der lebenden Formen der Faultiere nicht gut bekannt ist.
Offensichtlich ist ein ursprüngliches Design, mit eingebautem Variationspotenzial, eine viel vernünftigere Erklärung. Es ist tatsächlich nicht undenkbar, dass lebende Faultiere von bodengebundenen Faultieren durch Anpassung mittels natürlicher Selektion abstammen. Diese ist in der Lage, beträchtliche Variationen hervorzubringen, einschließlich neuer Unterarten, die natürlich auf die einzelnen Tierarten beschränkt sind. (Wahrscheinlich war sie daran beteiligt, die im biblischen Schöpfungsbericht beschriebenen Arten nach dem Verlassen der Arche in zahlreiche Folgespezies aufzuteilen; dabei trug jede Folgespezies weniger Information als die Vorgängerpopulation und war daher weniger in der Lage, weiter zu variieren bzw. zu divergieren.)
Wir müssen allerdings noch viel mehr lernen, bevor wir so eine Aussage mit Sicherheit treffen können. Das gilt auch für die Anzahl der ursprünglichen Faultierarten und selbst, ob die beiden lebenden Faultiergruppen wirklich derselben Art angehören. Ihr überlappendes Verbreitungsgebiet (Mittel-/Südamerika, manchmal sogar in benachbarten Bäumen) könnte bedeuten, dass es tatsächlich die gleiche Art ist, obwohl noch von keiner gattungsübergreifenden Kreuzung berichtet wurde, um dies zu bestätigen.
Es ist jedoch bereits klar, dass die vorliegenden Daten über diese wunderbaren Tiere, die extrem gut an ihre auf dem Kopf stehende Umgebung angepasst sind, vollkommen mit dem biblischen Schöpfungsbericht übereinstimmen – die Erschaffung der „Vorfahren der Faultiere“ am sechsten Tag der Schöpfungswoche durch die Hand Gottes.



[1] Ledbetter, J., Hanging with the Sloths; perezosoproductions.com, 2005.

[2] Mitten, M., Animal Corner; animalcorner.co.uk, 2004.

[3] Three-toed Sloth, National Geographic; animals.nationalgeographic.com, accessed 1 June 2016.

[4] Die manchmal von Bibelskeptikern aufgeworfene Frage, wie Faultiere in der zur Verfügung stehenden Zeit vom Ararat einwandern konnten, wird in Kapitel 17 des Creation Answers Book von CMI behandelt.

[5] Bradford, A., Sloth Facts: Habits, Habitat & Diet, livescience.com, 21 May 2014.

[6] Smithsonian Tropical Research Institute, Wild three-toed sloths sleep 6 hours less per day than captive sloths, first electrophysical recording shows, ScienceDaily, 14 May 2008.

[7] Two-toed Sloth, National Geographic; animals.nationalgeographic.com, accessed 1 June 2016.

[8] Richmond, B., How sloth fur is going to revolutionize medicine; motherboard.vice.com, 11 July 2014.

[9] Higginbotham, S. et al., Sloth hair as a novel source of fungi with potent anti-parasitic, anti-cancer and anti-bacterial bioactivity, PLOS ONE 9:e84549, 15 January 2014 | doi:10.1371/journal.pone.0084549.

[10] Gaudin, T.J., Phylogenetic relationships among sloths (Mammalia, Xenarthra, Tardigrada): the craniodental evidence. Zoological Journal of the Linnean Society 140(2):255–305, 2004 | doi:10.1111/j.1096-3642.2003.00100.x. See also Switek, B., The sloth’s evolutionary secret; wired.com, 3 January 2012.