Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste.

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen

Ich akzeptiere die Vereinbarung

von ER

Die neue Religion

Ein Blick in die Medien bestätigt: das scheinbar brisanteste und drängendste Problem unserer Generation ist der Klimawandel! Der Mensch hat über Jahrzehnte weit über seine Verhältnisse gelebt und der Erde einen erheblichen Schaden zugefügt, ja sie geradezu ausgebeutet. Nun muss jede nur denkbare Maßnahme ergriffen werden, um zu verhindern, dass wir einen Punkt überschreiten, an dem es kein Zurück mehr gibt („point of no return“). Dieser Punkt wird landläufig mit dem Zwei-Grad-Ziel gleichgesetzt – d. h. eine Erwärmung des Weltklimas um mehr als zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter muss vermieden werden! Allerdings hat der Weltklimarat bereits eindringlich gewarnt, dass schon eine Erwärmung um 1,5-Grad gravierende Folgen haben könnte und als neues Ziel definiert werden sollte – vergeblich. Denn im Dezember 2018 fand die 24. UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz statt, aber man konnte sich nicht auf dieses neue Ziel einigen. Immerhin diskutierten rund 20.000 Teilnehmer zwei Wochen lang darüber, wie „wir“ (im Sinne von „der ganzen Menschheit“) das Klima der Erde schützen werden.

Diese allgemeine Berufung muss natürlich heruntergebrochen werden auf die Einzelperson: „Das können Sie persönlich gegen den Klimawandel tun“ , titelte beispielsweise SPIEGEL Online und empfahl politisches Engagement, Kompensationszahlungen für den eigenen CO2-Ausstoß und klimabewusstes Wohnen und Reisen. Eine internationale Forschergruppe rang sich sogar zu der Empfehlung durch, auf Kinder zu verzichten – im Namen des Klimaschutzes! Denn: „Eine amerikanische Familie, die sich entscheidet, weniger Kinder zu haben, trägt im gleichen Maße zur Verringerung der CO2-Emissionen bei wie 684 Heranwachsende, die entscheiden, den Rest ihres Lebens ihre Abfälle systematisch zu recyclen.“ Das lässt sich genauer beziffern: jedes nicht geborene Kind spart 58,6 Tonnen CO2 ein. Zum Vergleich: ein eigenes Auto verursacht jährlich lediglich 2,4 Tonnen CO2. Die erschütternde Zahl von offiziell erfassten 101.209 „Schwangerschaftsabbrüchen“ im Jahr 2017 gewinnt unter diesem Aspekt noch eine ganz andere Brisanz! Wenn nur der demografische Wandel nicht wäre…

Aber dann gibt es ja noch die Möglichkeit, sich vegetarisch – oder besser noch vegan – zu ernähren. Ein Trend, der eigentlich der individuellen Entscheidung vorbehalten sein sollte, aber zunehmend zur Bevormundung durch deren Vertreter führt. Die Frage nach der richtigen Ernährung ist zu einem ideologischen Kampfplatz geworden.

Um nicht missverstanden zu werden: ein verantwortungsvoller Umgang mit den Gaben Gottes ist auch aus christlicher Perspektive absolut zu befürworten. Technische Optimierungen, die fossile Ressourcen einsparen, Abfall zu minimieren und Nahrungsmittel-Verschwendung zu vermeiden ist klar zu unterstützen.

Die Vergänglichkeit der Schöpfung

Aber: Gibt es einen Weg zurück nach Eden? Zurück in eine heile Welt mit einer „gesunden“ – also rein pflanzlichen – Ernährung für alle Menschen? Ach ja, Adam und Eva hatten es gut im Garten Eden. Und sie hatten auch noch keine Kinder…

All das nimmt religiöse Züge an. Der Umweltschutz wird zum unantastbaren Heiligtum. Ihm ist uneingeschränkt zu dienen. Der Klimawandel in Form der prognostizierten Erderwärmung ist der Widersacher, den es zu bekämpfen gilt. Kritik und abweichende Weltanschauungen sind unerwünscht. Völker aller Welt, vereinigt euch!

Die Vertreibung aus dem Garten Eden, Öl auf Leinwand, Thomas Cole, 1828. Traditionell stehen in der Kunst oft die Figuren von Adam und Eva im Mittelpunkt. Als prägender Künstler der Hudson River School betonte Cole jedoch eher die Landschaft als die Figuren - die Botschaft wird durch den Kontrast des hellen Gartens Eden mit der dunklen Außenwelt vermittelt.

 

Und doch kann man bei der Frage des Klimawandels und der Umweltpolitik einige Anfragen haben. Drei Ebenen sind maßgeblich:

1) Die Faktenebene: Gibt es einen Klimawandel?

Ist die Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche zeitlich und über die gesamte Oberfläche gemittelt in den letzten ca. 150 Jahren messbar gestiegen? Das ist eine Fragestellung, die prinzipiell rein wissenschaftlich zugänglich ist, und die jeder Mensch mit einer beliebigen Weltanschauung gleich beantworten könnte. Wer schon einmal eine Versuchsreihe in einem Labor durchgeführt hat, weiß um die vielen möglichen Fehlerquellen: fehlerhafte Sensorpositionierung, Ungenauigkeiten beim Ablesen, Fehler in der Mess-Datenverarbeitung, unvorhersehbare Einflüsse uvm. Wie man angesichts dieser Unsicherheiten in einer Laborumgebung mit großer Sicherheit eine Temperaturentwicklung der gesamten Erde für die letzten Jahrzehnte und sogar für noch längere Zeiträume bestimmen soll, ist schwer nachvollziehbar. Es herrschen extrem hohe Unsicherheiten, v.a. was die historische Extrapolation der Messwerte anbetrifft. Dabei kann es durchaus sein, dass die Erde sich erwärmt.

2) Die Interpretationsebene: Was bedeutet der Klimawandel?

Diese Frage kann nur zum Teil wissenschaftlich beantwortet werden. Vorausgesetzt, die Erde erwärmt sich tatsächlich – was sind die Ursachen? Was sind die Folgen? Welche Bedeutung hat der Klimawandel für den Menschen? Hier sind noch viel mehr Unsicherheiten im Spiel, als bei 1). Es kann durchaus sein, dass die (mal angenommene tatsächliche) Erderwärmung durch Verbrennung fossiler Rohstoffe verursacht oder zumindest beeinflusst ist. Es kann aber auch sein, dass das nicht der Fall ist. Das kann man nicht mit absoluter Sicherheit sagen, und darüber gibt es in der Fachwelt einen tatsächlichen Diskurs.

Welche Bedeutung hat der Klimawandel für die menschliche Zivilisation? Was passiert, wenn die Erdtemperatur um zwei Grad steigt? Vielleicht verschiebt sich die Agrar-Anbaugrenze auf der eurasischen Platte soweit in den Norden, dass ein Großteil Sibiriens und der südlichen Taiga als Ackerland genutzt werden kann und die Erde dann doppelt so viele Menschen ernähren kann, gleichzeitig sinkt die Temperatur am Südpol soweit ab, dass das abschmelzende Eis der Nordhalbkugel dort in Eis gebunden wird und der Meeresanstieg kompensiert wird, die Desertifikation durch den erhöhten CO2-Gehalt und die damit einhergehende mögliche Ergrünung wird aufgehalten usw. Alles vorausgesetzt, dass die Sonne schön ruhig bleibt, und die Vulkane nicht zu viel Asche speien. Sollten sie das tun, könnten sie durch zu viele aerosole Partikel in der Atmosphäre die Sonneneinstrahlung dermaßen abschirmen, dass der lebenswichtige Treibhauseffekt der Erde (der maßgeblich durch den atmosphärischen Wasserdampf geschieht) so dezimiert wird, dass eine Temperaturverringerung zu einer Eiszeit und der damit einhergehenden Nahrungsmittelknappheit führt. Man weiß es einfach nicht. Und man hat es auch nicht in der Hand. Ob höhere Temperaturen einen höheren CO2-Gehalt oder umgekehrt zur Folge haben, und ob diese Wechselwirkungskette nicht noch viel mehr Glieder und Unbekannte hat, ist in den Massen-Medien kaum Thema. Da werden recht einfache (z. T. Angst schürende) Botschaften ziemlich einseitig verbreitet, kaum eine differenzierte Betrachtungswiese dargestellt. Warum?

3) Die moralische Ebene: Ist der Klimawandel schlimm?

So schickte ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim lagern und die Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.
1. Mose 3:23-24

 

Dieser Frage kann man sich überhaupt nicht wissenschaftlich nähern, dennoch schwingt sie immer mit. Die Wissenschaft kann keine moralischen Antworten bieten. Ob eine nukleare Kettenreaktion über einer japanischen Großstadt oder tief unter der Meeresoberfläche auf dem Morura-Atoll stattfindet, ist wissenschaftlich nicht zu unterscheiden. Der Impulserhaltungssatz kann auf ein Billardspiel und auf einen Kopfschuss gleichermaßen angewendet werden. So auch hier: die moralische Einordnung des Klimawandels ist rein vom Wertesystem abhängig, das man vertritt. Sobald man ein Verhalten als „gut“, also „besser“ als ein anderes Verhalten einordnet, hat man die beiden zueinander ins Verhältnis gebracht und auch gleichzeitig einen absoluten Wertemaßstab eingeführt und sie auf diesem Wertemaßstab positioniert. Das geschieht ebenfalls, wenn man bestimmte Werte für alle Menschen verbindlich macht. Woher kommt dieser Wertemaßstab? Warum ist er überhaupt relevant?

Der Schutz des Klimas könnte ein für unsere Wirtschaft geschickt gewähltes Motto sein. Es könnte auch ein geschickt getarntes Machtinstrument zur Totalüberwachung des Bürgers werden. Es könnte die Idee einer die gesamte Welt umspannenden Einheitsbestrebung sein, der Ruf nach dem „großen Mann“, der das Klimaproblem löst und damit Gott spielt. Das sind mögliche Szenarien, die in der Offenbarung des Johannes vorhergesagt sind: es ist von einer starken Zentralisierung der Macht bis hin zur Konzentration auf einen Menschen die Rede, von einer Überwachung aller kaufmännischen Aktivitäten: „Und es [das Tier, mit dem dieser Machthaber betitelt wird] bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens“ (Offenbarung 13:16-17). Das ist in unserer Zeit mit den technischen Möglichkeiten der Digitalisierung, Big Data, Wearables etc. zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte tatsächlich technisch möglich.

Es ist merkwürdig, dass auf Basis einer grundsätzlich materialistischen Weltanschauung in der westlichen Welt der moralische Zeigefinger derart eifrig erhoben wird.

Festhalten was ist? Ausstrecken nach der Zukunft!

Bei allen Bemühungen die Umwelt zu schützen und zu bewahren, geht es darum festzuhalten, was ist. Dieser schöne Planet soll so schön bleiben wie er ist. Die Bibel zeichnet jedoch ein nüchtern(er)es Bild über die Schöpfung und sagt: „Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt.“ (Römer 8:20-22) Wer nur festhält, der weigert sich das sinkende Schiff zu verlassen. Die paradiesischen Zustände des Gartens Eden sind durch den Sündenfall des Menschen nicht wiederherzustellen! Dabei verheißt die Bibel eine vielversprechende Zukunft nach einem wirklichen Klimawandel: „Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen, da die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Und dann werden sie den Sohn des Menschen [Jesus Christus] kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Lukas 21:25-27)

Nach dieser Zukunft streckt sich jeder aus, der dem Gottes Wort glaubt.