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von AL

Ein See, ein Kohlenfeuer im Morgengrauen, etwas Brot und Fisch darauf. Mit dieser Szene beschließt Johannes seinen Bericht über den Logos. Derjenige, über den er in der Einleitung bezeugt: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Joh. 1:14

Petrus und die anderen Jünger waren fischen gegangen. Aber irgendwie wollte, oder besser sollte ihnen nichts in die Netze gehen. Und dann steht plötzlich Jesus am Ufer und ruft ihnen zu: „Werft es auf die andere Seite!“ Mit Ratschlägen eines Zimmermanns zum Thema Fischen kannte Petrus sich bereits aus. Damals hatte er noch auf seine erfolglose Nachtschicht hingewiesen. Aber sein gehorsamer Glaube ließ ihn mit reißenden Netzen und überfüllten Booten das Ufer erreichen. Damals. Diesmal sagt er nichts. Und seine Netze bleiben heile. 153 Fische bringen sie ans Ufer. Wie damals blieben wahrscheinlich auch diese zurück am Ufer. Es gab Wichtigeres. Denn Jesus gibt Petrus einen Auftrag: „Weide meine Schafe!“ Petrus, denk nicht zurück an dein Versagen. Du sollst Menschenfischer werden – mein Wort gilt – trotz allem! Also: „Weide meine Schafe!“

„Das Christusmonogramm besteht aus zwei Buchstaben des griechischen Alphabets, nämlich X (Chi) und P (Rho). Die Ligatur verbindet die beiden ersten Buchstaben des griechischen Wortes „Christòs“, also Christus. Auf Gräbern zeigte dieses Symbol an, dass der dort Bestattete ein Christ war.“

 

Und weiter sagt er: „Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Als du noch jünger warst, hast du dir dein Gewand selbst gegürtet und bist umhergegangen, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Arme ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich an eine Stätte führen, wohin du nicht willst.“

Sein Apostelamt brachte ihn dann auch in viele Länder, und schließlich kommt er – wie Paulus – nach Rom und die Worte Jesu erfüllen sich. Die kirchliche Tradition besagt, dass Petrus unter Nero im Circus Vaticanus gekreuzigt wurde und am Ort seiner Marter begraben wurde. Er war nicht der Erste, der sein Leben ließ und sollte auch nicht der letzte sein.

Obwohl es immer wieder Zeiten der Ruhe für die Christen gab, zählt man zehn Wellen der Verfolgung mit unterschiedlicher Intensität. Viele wurden getötet, zu Tode gehetzt, verbrannt und auch gekreuzigt.

Christen lehnten die Verbrennung der Toten, so wie es die Römer praktizierten, ab. Da Bestattungen innerhalb der Mauern Roms aber verboten waren, entstanden vor der Stadtmauer Friedhöfe und aufgrund von Platzmangel und der hohen Kosten für Grund wurden diese riesigen Friedhöfe immer unterirdisch angelegt. Die Callistus Katakombe dehnt sich unterirdisch auf einer Fläche von 15 ha und auf 4 Ebenen aus. Bis zu 20 m ging es darin in die Tiefe. So entstand mit der Zeit Platz für 370.000 Gräber. Hier wurden Juden, Christen und später auch zunehmend Heiden begraben. Nicht nur in Rom, sondern auch in Neapel, Sizilien, Ägypten oder Nordafrika entstehen so unterirdische Totenstädte mit kilometerlangen Katakombengängen.

Diese Katakomben, lange Zeit verschüttet und in Vergessenheit geraten, sind zum einen beeindruckende unterirdische Bauwerke, aber zum andern und noch viel mehr Zeugnis der frühen Christen in Rom. Der Todestag ist für Christen der Antike der Geburtstag. Am Gedächtnistag versammeln sich Familien oder Freunde in den engen Gängen vor der Grabkammer zum gemeinsamen Mahl. Es sind keine Orte der Trauer oder der Finsternis. Die Gräber sind vielmehr Geburts- und Siegesstätten der Entschlafenen, Orte künftiger Auferstehung. Die Verstorbenen oder deren Überreste wurden in Leinentücher gewickelt und in die Nischen gelegt. Diese wurden entweder mit Marmor oder getrocknetem Lehm verschlossen. Anschließend wurde der Name des Verstobenen, das Datum der Grablegung und ein christliches Motiv oder Symbol hineingeritzt. Das Datum war besonders wichtig, denn für die Christen war der Todestag gleichzeitig die Geburt zum neuen Leben.

In den Katakomben findet sich somit früheste christliche Kunst. Beliebte Motive sind der gute Hirte, Daniel in der Löwengrube und das Symbol des Fisches. Das griechische Wort für Fisch lautet „Ichthys“ (in griechischen Großbuchtaben IΧΘYΣ). Es ist ein Akronym, das sich auflösen lässt in Iesous CHristos THeou hYios Soter, zu Deutsch: Jesus Christus Gottes Sohn, Retter. Möglich, obwohl schlecht belegt ist, dass der Fisch auch als geheimes Erkennungszeichen der Christen benutzt wurde. Christen waren Zeugen oder aber gar keine Christen. Sie waren bereit, oder besser: sie konnten nicht anders, als ihren Glauben sichtbar werden zu lassen und auch für Christus zu sterben.

Paulus schreibt über die Gemeinde in Rom: „Denn euer Gehorsam ist überall bekannt geworden. Darum freue ich mich euretwegen, möchte aber, dass ihr weise seid zum Guten und unvermischt bleibt mit dem Bösen.“ Römer 16:19

Die Christen zu Rom stachen heraus. Ihr Gehorsam, ihr Leben und ihre Werke waren überall bekannt geworden und konnten somit auch in Rom nicht verborgen bleiben.

Der Kirchenhistoriker Armin Sierszyn schreibt: „Die Frauen der Christen schminken sich nicht wie die Heidinnen, weil sie täglich die Ankunft des Herrn erwarten. Sie verzichten auf purpurnen Putz, auf Goldfäden an den Kleidern. Dafür tragen sie einen Schleier zum Gottesdienst. Christen speisen nicht in parfümierten Sälen, sie verzichten auf Tafelmusiker. Ihre Mahlzeiten sind schlicht. Sie danken Gott für ihre Speise. Christen besuchen kein Theater, dessen Spiele sich meistens in Ehebruch-Szenen erschöpften. Sie meiden die kultischen Zirkusspiele. Sie bekränzen und beweinen ihre Toten nicht. Sie lesen keine Romane, die alle von Ungläubigen geschrieben sind. Sie spielen nicht Würfel und verzieren ihre Häuser nicht an des Kaisers Geburtstag, weil dies einer religiösen Verehrung gleichkäme. Die Gläubigen besuchen die gefangenen Christen in den Bergwerken (Sardinien). Die Gemeinden unterstützen die Armen und Witwen. Die Christen verwerfen die Abtreibung. Sie betrügen nicht. Sie halten Wort. Sie setzen keine Kinder aus, und sie lehnen die Homosexualität ab.“

Hätten die Christen den Fisch nur als schmückendes Symbol verwendet, sie wären im pluralistischen Rom nicht weiter aufgefallen. Ein „Nice to have“ für jedermann. Iesous CHristos THeou hYios Soter – das war ihre Lebenswirklichkeit, eben Leben im Glaubensgehorsam geworden. Und deshalb so ansteckend, begehrenswert einerseits für die einen und radikal, konfrontativ andrerseits für die anderen. Dem Kaiser gaben die Christen, was dem Kaiser gehört. Aber Gott, was Gott gehört, kompromisslos.

5 Euro für Kinder und 8 Euro für Erwachsene, soviel kostet uns der Eintritt in eine der fünf für Besucher zugängliche Katakomben in Rom. Aber lassen wir uns unsere Christusnachfolge etwas kosten und unpopulär anders sein? Die Christen bezahlten damals mit ihrem Leben.

Was lasse ich mich meine Christusnachfolge kosten? Was hat sich geändert und soll sich ändern, durch: Ichthys - Jesus Christus Gottes Sohn, Retter?