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von Ann Lamont

creation.com

Johannes Kepler hat seinen biblisch fundierten Glauben trotz Widerstand und Verfolgung aufrechterhalten.

Johannes Kepler wurde am 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt, Deutschland, geboren. Johannes war ein sehr kleiner Junge, der häufig krank war. Im Alter von drei Jahren erkrankte er an den Pocken und kämpfte mehrere Monate mit dem Tod. Seine Kindheit war ebenfalls unruhig und unglücklich. Sein Vater war ein Söldnersoldat, der oft, manchmal sogar Jahre, von zu Hause weg war.

Als Johannes' Mutter fortging, um mit ihrem Mann zusammen sein zu können, blieb Johannes bei seinem Großvater. Die Trennung von seinen Eltern war für Johannes schmerzlich, aber Gott segnete ihn in diesen Jahren. Sein Großvater, ein hingegebener Christ, ermutigte den jungen Johannes, als sein Glaube wuchs. Obwohl er arm war, wusste Johannes' Großvater den Wert der Bildung zu schätzen und schickte Johannes zur Schule. Die herausragenden akademischen Fähigkeiten des Jungen wurden bald von seinen Lehrern erkannt.

Als Johannes Eltern nach einigen Jahren zurückkehrten, machte sich sein Vater Heinrich als Gastwirt selbständig.

Heinrich wollte keine Gebühren zu zahlen, damit sein Sohn zur Schule gehen konnte. Stattdessen sah er in Johannes eine billige Arbeitskraft im Gasthof, und so zwang Heinrich seinen Sohn, die Schule zu verlassen. Das Geschäft im Gasthof ging später jedoch zurück und Johannes Hilfe war nicht wirklich nötig. Mit der Ermutigung seiner ehemaligen Lehrer erhielt Johannes ein Stipendium des Herzogs von Württemberg, um seine Schulausbildung fortzusetzen. Johannes alkoholabhängiger Vater erlaubte ihm nur widerwillig, in die Schule zurückzukehren.

Bildung

Durch die anhaltende Großzügigkeit des Herzogs konnte Johannes Kepler ab 1589 die Universität Tübingen besuchen. Er studierte unter anderem Latein, Hebräisch, Griechisch, die Bibel, Mathematik und Astronomie. Mathematik und Astronomie studierte Kepler bei Michael Maestlin. Er war einer der wenigen Astronomieprofessoren der damaligen Zeit, der die Idee von Kopernikus, dass sich die Planeten einschließlich der Erde um die Sonne drehen, akzeptiert hatte. Fast alle Gelehrten jener Zeit glaubten noch immer, dass die Erde das Zentrum des Sonnensystems sei.

Kepler erwarb 1591 seinen Magister. Anschließend studierte er in Tübingen Theologie. In seiner Jugend war Kepler ein ergebener Christ geworden und widmete sein Leben dem Dienst für Gott. Wie er kurz vor seinem Tod sagte, glaubte er „einzig und allein an den Dienst Jesu Christi. In ihm ist alle Zuflucht, aller Trost“. Kepler wollte nach dem Studium als protestantischer Geistlicher Gott dienen. Doch Gott hatte andere Pläne für diesen einzigartig begabten jungen Mann.

Im Jahr 1594 wurde Kepler gebeten, das evangelische Gymnasium in Graz in Österreich, zu besuchen, um den gerade verstorbenen Mathematiklehrer zu ersetzen. Obwohl er kurz vor dem Abschluss seiner theologischen Ausbildung stand, fühlte sich Kepler von Gott dazu geführt, diesen Lehrauftrag zu übernehmen.

Astronomie und Astrologie

Neben seiner Tätigkeit als Mathematiklehrer in Graz wurde Kepler Bezirksmathematiker. In dieser Funktion vermaß er Grundstücke, schlichtete Streitigkeiten über die Genauigkeit von Gewichten und Maßen, die in der Wirtschaft verwendet wurden, und erstellte Kalender. Neben der eigentlichen Datumsangabe enthalten Kalender heute häufig Angaben zu Feiertagen, Schulferien und Mondphasen (Vollmond, Neumond etc.). Einige Kalender enthalten sogar die Daten von Sportveranstaltungen, Zahlungstagen von Sozialdiensten und ähnlichem. Auch zu Keplers Zeiten wurde erwartet, dass die Kalender Informationen enthalten, die für den Alltag der Menschen nützlich sind. Zu den Informationen gehörten Ratschläge an die Bauern, wann sie die Saat ausbringen und die Ernte einfahren sollten, Ratschläge an militärische Anführer, Ratschläge in Fragen der Liebe usw.

Heute verstehen wir, wie die Position von Sonne, Mond und Planeten relativ zueinander, zusammen mit der Neigung der Erdachse, die Jahreszeiten, die Mondphasen, die Gezeiten, die Sonnen- und Mondfinsternisse usw. bestimmen. Diese Vorkommnisse haben wissenschaftliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Fischerei, die militärische Planung und andere Dinge. (Selbst in der heutigen Zeit werden einige militärische Offensiven zeitlich so geplant, dass sie mit den Jahreszeiten und dem Mondlicht übereinstimmen).

Astrologen — in der Bibel „Sterngucker“ genannt — werden mit Stoppeln verglichen, die das Feuer des göttlichen Gerichts verbrennt (Jes 47:13.14). Sternzeichen, besser Sternkonstellationen, waren auch schon zu biblischer Zeit bekannt, z. B. der Orion und die Bärin (Ursa Major, mit dem Großen Wagen als Teilsternbild, Hiob 9:9 und 38:32).

 

Mit diesem heutigen Wissen können legitime Schlussfolgerungen, die auf der Wissenschaft der Astronomie basieren, von unbegründeten Behauptungen, die auf der Astrologie basieren, unterschieden werden. Zu Keplers Zeiten gab es jedoch sowohl in der Öffentlichkeit als auch an den Universitäten erhebliche Verwirrung bezüglich der Unterscheidung zwischen Astronomie und Astrologie. Mit ihrem begrenzten Wissen über die Bewegungen von Himmelskörpern waren die Wissenschaftler unsicher, welche Ereignisse auf der Erde von den am Himmel beobachteten Ereignissen beeinflusst wurden und welche nicht.

Kepler erstellte auch weiterhin Kalender. Er beschloss jedoch, die Genauigkeit seiner Vorhersagen nachträglich zu überprüfen, um die berechtigten von den nicht berechtigten Ereignissen zu trennen. Als Teil dieses Prozesses veröffentlichte Kepler 1601 ein Buch, das „die abergläubische Ansicht, dass die Sterne das Leben der Menschen lenken“, zurückwies. Kepler lehnte nach und nach auch andere Aspekte der Astrologie ab. In seiner Biographie über Kepler weist J. H. Tiner darauf hin, dass „Johannes der erste Wissenschaftler war, der die Langzeitgenauigkeit der Astrologie untersucht hat. Seine Aufzeichnungen zeigten, dass das Vertrauen in die Astrologie eine riskante Angelegenheit sein konnte“.

Die Bewegung der Planeten

Kepler glaubte fest daran, dass „die Welt der Natur, die Welt des Menschen und die Welt Gottes – alle drei zusammenpassen“. Insbesondere argumentierte Kepler, dass das Universum nach einem logischen Muster funktionieren müsste, weil es von einem intelligenten Schöpfer entworfen wurde. Für ihn war die Vorstellung eines chaotischen Universums nicht mit Gottes Weisheit vereinbar. Im Gegensatz dazu hatten viele andere Wissenschaftler die Suche nach einem einfachen logischen Muster aufgegeben.

Ohne Zugang zu genauen Daten über die Positionen der Planeten über einen längeren Zeitraum hinweg, stützte Kepler seine frühen Versuche, das Muster hinter der Bewegung der Planeten zu entdecken, auf die Philosophien und die Mathematik der alten Griechen. Er hielt seine Ideen in einem 1595 geschriebenen Buch mit dem Titel Das Weltgeheimnis fest. Obwohl sich viele seiner Gedanken später als falsch erwiesen (wie es in der Wissenschaft oft der Fall ist), wurde der herausragende dänische Astronom Tycho Brahe durch die Veröffentlichung dieses Buches auf ihn aufmerksam.

Tycho Brahe war so beeindruckt von Keplers mathematischen Fähigkeiten und seinem Eifer, die Mathematik auf die Astronomie anzuwenden, dass er Kepler einlud, seinem Team von Astronomen beizutreten. Diese Astronomen hatten viele Jahre lang die Planetenbahnen am Himmel aufgezeichnet, konnten sich aber auf die komplizierten beobachteten Bahnen keinen Reim machen. Im Jahr 1600 schloss sich Kepler Tycho Brahe in seiner Sternwarte in Prag an. Kepler erhielt den Auftrag, die Umlaufbahn des Mars zu untersuchen. Endlich hatte er Zugang zu den Daten, die er brauchte, um das Problem der Planetenbewegung wirklich wissenschaftlich anzugehen.

Die Idee, dass die Bahnen der Planeten entweder Kreise oder Kombinationen von Kreisen sein müssen, war zu Keplers Zeit fast allgemein akzeptiert. Kepler stellte jedoch fest, dass selbst komplexe Kombinationen von Kreisen einfach nicht funktionierten. Abseits des populären Denkens probierte es Kepler mit „nicht-kreisförmigen Bahnen, bis er die wahre Lösung fand: Der Mars bewegt sich auf einer elliptischen Umlauf um die Sonne, wobei die Sonne einer ihrer Brennpunkte darstellt“.

Kepler zeigte weiter, dass sich ein Planet nicht in der gleichen Zeit immer gleich weit fortbewegt (d. h. also mit konstanter Geschwindigkeit), wie bisher angenommen wurde. Stattdessen konnte er zeigen, dass die gedachte Linie, die die Sonne mit dem Planeten verbindet, gleiche Flächen der Ellipse in gleicher Zeit überstreicht. Das bedeutet, dass sich der Planet schneller bewegt, wenn er sich der Sonne nähert, und langsamer, wenn er sich weiter von der Sonne entfernt. Kepler veröffentlichte diese ersten beiden Gesetze der Planetenbewegung 1609 in einem Buch mit dem Titel Die neue Astronomie.

Zehn Jahre später stellte Kepler sein drittes Prinzip der Planetenbewegung auf, welches die Zeit, die ein Planet benötigt, um einen Umlauf um die Sonne zu vollenden, und die durchschnittliche Entfernung des Planeten von der Sonne zueinander in eine mathematische Beziehung setzte. Dieses Prinzip wurde 1619 in Weltharmonik veröffentlicht. In diesem Buch lobte Kepler auch Gott und schrieb: „Groß ist Gott, unser Herr, groß ist seine Macht und es gibt kein Ende seiner Weisheit“.

Keplers christlicher Glaube hatte ihn zu einem Denkmuster geführt, welches ihn schließlich in die Lage versetze, das Rätsel der Planetenbewegung zu lösen, wo so viele andere Wissenschaftler vor ihm das Unterfangen aufgegeben hatten. Kepler hatte ein einfaches logisches Muster für die Planetenbewegung gesucht und gefunden, das Gottes Weisheit widerspiegelte. Wie Kepler sagte: „Wir sehen, wie Gott sich gemäß Gesetzen und Regeln wie ein menschlicher Architekt an die Gründung der Welt heranmachte und alles in dieser Art und Weise durchdachte.“

Weitere Entdeckungen

Keplers Gesetze der Planetenbewegung waren sein größter Beitrag zur Wissenschaft. Diese Gesetze hatten einen enormen Einfluss auf das wissenschaftliche Denken und bildeten die Grundlage für Sir Isaac Newtons spätere Arbeit über das Gravitationsgesetz. Aber Kepler leistete auch viele andere Beiträge zur Wissenschaft. Er entdeckte einen neuen Stern (eine Supernova); er analysierte die Funktionsweise des menschlichen Auges; er verbesserte das Teleskop und leistete weitere Beiträge auf dem Gebiet der Optik. Er veröffentlichte genaue Daten über die Positionen von Sternen und Planeten, die für Navigatoren von großem Wert waren. Er leistete verschiedene Beiträge zur Mathematik, einschließlich schnellerer Berechnungsmethoden, und untersuchte das Volumen vieler Festkörper.

Kepler gilt als einer der Begründer der modernen Wissenschaft. „In seinen drei Büchern Das Weltgeheimnis, Die neue Astronomie und Weltharmonik begann er den Prozess, der schließlich den Aberglauben durch die Vernunft ersetzte.“

Kepler verwendete auch Zeit darauf, die Datierung von historischen Ereignissen in der Bibel zu untersuchen, einschließlich der Geburt Jesu. Darüber hinaus schrieb er eine Geschichte namens Der Traum, die als erste moderne Science-Fiction-Geschichte gilt.

Ein Leben voller Tragödien

Kepler war bereit, die Pläne, die er für sein Leben gemacht hatte, beiseite zu legen und demütig der Führung Gottes zu folgen.

Johannes Kepler starb nach einer schweren Krankheit am 15. November 1630 in Regensburg, Deutschland, im Alter von 58 Jahren. Keplers Leben war von Tragödien erfüllt. Auf das Unglück und die Krankheit in seiner Kindheit folgten im Erwachsenenalter der Tod von drei seiner sechs Kinder während ihrer Kindheit, der Tod seiner ersten Frau und wiederholte religiöse Verfolgungen. Kepler lebte in einer Zeit, in der die meisten Herrscher erwarteten, dass das Volk die vom Herrscher vertretenen religiösen Überzeugungen annimmt. Er lehnte es jedoch ab, seinen Glauben mit einem Herrscherwechsel zu ändern. Kepler war ein Mann der Bibel und weigerte sich, von Menschen gemachte Regeln zu akzeptieren, die seiner Meinung nach der Bibel widersprachen. Unglücklicherweise verursachte dieser Standpunkt bei mehreren Gelegenheiten große Verfolgungen.

Ein weiteres traumatisches Ereignis in Keplers Leben war der Prozess gegen seine abergläubische Mutter, die der Hexerei angeklagt wurde. Wäre sie verurteilt worden, hätte man sie gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Nur Keplers geschickte Verteidigung seiner Mutter konnte sie retten.

Während all dieser Prozesse behielt Kepler seinen unerschütterlichen Glauben an Gott. Er fasste seinen Glauben zusammen, indem er einfach sagte: „Ich bin ein Christ“. Trotz seiner großen Leistungen blieb er demütig. Sein Wunsch war es, „Mein Name soll vergehen, wenn nur der Name Gottes des Vaters dadurch erhöht wird“.

Er erkannte Gott als „den gütigen Schöpfer an, der die Natur aus dem Nichts hervorgebracht hat“.

Kepler war bereit, die Pläne, die er für sein Leben gemacht hatte, beiseite zu legen und demütig der Führung Gottes zu folgen.

So konnte er im späteren Leben sagen: „Ich hatte die Absicht, Theologe zu werden ... aber jetzt sehe ich, wie Gott durch mein Bemühen auch in der Astronomie verherrlicht wird, denn ‚die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes‘.“

Literaturverzeichnis

  1. Johannes Kepler, zitiert in: Tiner, J. H., Johannes Kepler-Giant of Faith and Science, Mott Media, Milford, Michigan (USA), S. 193, 1977.
  2. Encyclopaedia Britannica, 15. Ausgabe, Band 22, S. 506, 1985.
  3. Tiner, siehe 1, S. 69.
  4. Kepler zitiert in Tiner, siehe 1, S. 172
  5. Encyclopaedia Britannica, Band 22, S. 507, 1985.
  6. Kepler zitiert in Tiner, siehe 1, S. 178. Das dritte Kepler‘sche Gesetz besagt, dass sich die Quadrate (zweite Potenzen) der Umlaufzeiten zweier Planeten wie die Kuben (dritten Potenzen) der großen Bahnhalbachsen verhalten: P² ∝ a³, wobei P die Umlaufzeit, a die Bahnhalbachse und ∝ „ist proportional zu“ bedeuten.
  7. Siehe 1, (innerer Klappentext).
  8. Tiner, siehe 1, S. 195-196.
  9. Kepler zitiert in Tiner, siehe 1, S. 197.
  10. Kepler zitiert in Tiner, siehe 1, S. 197.
  11. Kepler zitiert in Tiner, siehe 1, S. 197.
  12. Kepler zitiert in Tiner, siehe 1, S. 197.