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von Tas Walker

Geologen sind sich schon seit langem dessen bewusst, dass die Geschichtswissenschaft fundamentale Bedeutung für ihre Disziplin hat. Traditionell wurde Geologie in zwei Bereiche unterteilt: physikalische und historische Geologie. Bevor wir das Gestein verstehen können, müssen wir wissen, was in der Vergangenheit passiert ist – wir benötigen eine zuverlässige Erdgeschichte.

Annahmen für ein hohes Alter

Das Problem ist, dass wir nicht in die Vergangenheit reisen können, um nachzuschauen. Deshalb müssen wir Vermutungen aufstellen. Diese einfache Tatsache ist ein unglaublich tiefgreifendes Problem. Die meisten Geologen nehmen heutzutage an, dass die Vergangenheit weitgehend der Gegenwart entsprach. Sie spekulieren, dass die geologischen Prozesse, die wir heute beobachten, zeitlich unbegrenzt auf die Vergangenheit ausgeweitet werden können, im Prinzip beliebig weit. Diese Ansicht ist eine Philosophie, die Aktualismus (oder Uniformitäts- oder Gleichförmigkeitsprinzip, Anm. d. Übers.) genannt wird, und mit dieser Annahme erfinden sie eine „Erdgeschichte“. Es handelt sich tatsächlich um eine Erfindung, nicht um eine Beobachtung.

Welche Vorgänge beobachten wir in der Gegenwart? Wir sehen Ereignisse wie Vulkanausbrüche, Erdbeben, Erdrutsche und Tsunamis. Diese Ereignisse können weitreichend und zerstörerisch sein, aber bezogen auf die Gesamtheit der Erde sind ihre langfristigen Auswirkungen relativ klein. Wenn wir daher die gegenwärtigen Verhältnisse auf die Vergangenheit ausweiten, müssen sich diese Prozesse über einen Zeitraum von Millionen von Jahren erstreckt haben, damit die Erde ihre heutige Gestalt erreichen konnte. Mit anderen Worten, die Notwendigkeit von Millionen von Jahren Erdgeschichte ist eine direkte Folge aus der Annahme des Aktualismus.

Biblische Annahmen

„Es gibt viele triftige Gründe für diese Herangehensweise, die von den Pionieren der geologischen Wissenschaft, wie z. B. Nicholas Steno, praktiziert wurde.“

 

Viele Menschen akzeptieren diese Annahme bezüglich der Vergangenheit nicht, sondern halten den biblischen Bericht für eine genaue Aufzeichnung der Geschichte. Es gibt viele triftige Gründe für diese Herangehensweise, die von den Pionieren der geologischen Wissenschaft, wie z. B. Nicholas Steno, praktiziert wurde. Diese Menschen bemerkten, dass manche Ereignisse, die in der Bibel beschrieben sind, sich stark von unseren heutigen Beobachtungen unterscheiden. Sie ließen sich in ihrem Verständnis der Geologie von den Beschreibungen der Bibel leiten. Eine vereinfachte Zeitleiste der biblischen Geschichte, die die Grundlage für unser geologisches Verständnis bildet, ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

Obwohl die Bibel kein „Geologie-Buch“ ist, erlaubt sie uns, das große geologische Gesamtbild zu verstehen, wenn wir auf die geologischen Hinweise achten. Bei jedem festgehaltenen historischen Ereignis fragen wir uns einfach: „Wie hätte so etwas die Geologie der Erde beeinflusst? Was müsste man heute sehen können?“

Durch eine solche Betrachtung kommen wir zu dem Schluss, dass die meisten Gesteinsschichten sich in zwei sehr kurzen Zeitabschnitten gebildet haben müssen. Der erste Zeitabschnitt waren die sechs Tage der Schöpfungswoche vor etwa 6000 Jahren, in denen die gesamte Erde erschaffen wurde. Der zweite Zeitraum umfasste die etwa ein Jahr andauernde Sintflut, die den Planeten umgestaltete. In den 1700 Jahren zwischen der Schöpfung und der Sintflut sowie in den darauffolgenden 4500 Jahren geschah in geologischer Hinsicht vergleichsweise wenig. Es ist relativ leicht, die Zeiträume vor und nach der Sintflut anhand der in der Bibel enthaltenen genealogischen Informationen zu berechnen. Das bedeutet, dass die weithin akzeptierte geologische Annahme von langsamen und allmählichen Prozessen über Millionen von Jahren nicht gültig ist.

Dieses einfache geologische Modell ist in der nachfolgenden Abbildung veranschaulicht. Bei der biblischen Zeitleiste (linke Seite) ist die jüngste Zeit oben und die älteste unten. Die Zeitskala gliedert sich in vier Bereiche: die Schöpfung, die Sintflut, die Vorsintflutzeit und die Nachsintflutzeit.

Um zu veranschaulichen, wie sich die geologischen Prozesse in der Vergangenheit verändert haben, können wir eine weitere Skala neben die Zeitskala stellen, wie in Abbildung 2 gezeigt. Es handelt sich um eine Gesteinsskala mit den zuletzt gebildeten Gesteinen ganz oben und den ältesten ganz unten – so wie sie in der Erde vorkommen. Die Längen der Balken der verschiedenen Teile der Gesteinsskala stellen die Menge des heute auf der Erde vorkommenden Gesteinsmaterials dar und stehen den Balken der entsprechenden Teile der Zeitskala gegenüber. Für die praktische Anwendung des Modells muss der breite Rahmen um spezifische Details zu den Ereignissen und Prozessen und deren zeitlichen Zusammenhängen erweitert werden. Das ist nicht schwierig. Die Sintflut kann zum Beispiel in zwei Phasen unterteilt werden: eine Überschwemmungsphase, wo das Wasser immer höher stieg, und eine rezessive Phase, wo das Wasser wieder vom Land abfloss.

Das Modell kann weiter verfeinert werden, z.B. durch Aufteilung der beiden Phasen in weitere Unterabschnitte. So kann die rezessive Phase in zwei Unterabschnitte aufgeteilt werden: einen, als das Wasser großflächig zurückging und einen weiteren, späteren, als es sich in breite Kanäle ergoss. Ein Beispiel für das detaillierte Modell ist in Abbildung 3 dargestellt.

Anwendung des Modells

Mit diesem geologischen Rahmen können wir die Gesteinsformationen im Feld interpretieren. Jedes Gestein auf der Erde muss heute irgendwo in dieses Gerüst passen, denn die Gesteinsskala deckt die gesamte Erdgeschichte ab. Wie das im Detail geschieht, wird in diesem Artikel nicht behandelt, aber Sie können einige Einblicke gewinnen in dem Artikel über die Untergrundgesteine des Brisbane Gebietes und dem Artikel über die Felsformationen des Großen Artesischen Beckens. Letzteres soll jetzt näher betrachtet werden.

Ein Großteil des östlichen Australien ist mit kilometerdicken horizontalen Gesteinsschichten bedeckt. Sie erstrecken sich über mehr als eintausend Kilometer über mehrere Staaten hinweg und enthalten die riesigen unterirdischen Wasservorräte, das sogenannte Große Artesische Becken. Da die Sedimentablagerungen so groß sind, ist es höchst unwahrscheinlich, dass sie in der Vor- oder Nachsintflutzeit abgelagert wurden. Die Zeit für langsame geologische Prozesse reicht nicht aus, um so große Mengen an Sedimenten abzulagern. Daher müssen sie entweder beim Schöpfungs- oder beim Sintflutereignis abgelagert worden sein.

Die Sedimente des Großen Artesischen Beckens enthalten nun versteinerte Überbleibsel von Muscheln, Fischen, Schnecken und Dinosauriern. Offensichtlich wurden diese daher nicht während der Schöpfungswoche abgelagert, da es zu diesem Zeitpunkt weder Tod noch Zerstörung gab. Also müssen diese Kreaturen während der Sintflut überschwemmt worden sein.

Ein weiterer wichtiger Hinweis sind Tierspuren. Spuren finden sich an mehreren Stellen in den Sedimenten, darunter in einer Mine bei Rosewood bei Brisbane und bei Lark Quarry bei Winton in Central Queensland. Spuren bedeuten, dass die Tiere lebendig waren, also müssen die Schichten abgelagert worden sein, bevor alle luftatmenden Kreaturen umgekommen sind. Das musste stattgefunden haben bevor die Welt vollständig mit Wasser bedeckt war, also während der Überschwemmungsphase.

„Jedes Gestein auf der Erde muss heute irgendwo in dieses Gerüst passen, denn die Gesteinsskala deckt die gesamte Erdgeschichte ab.“

 

Mit diesem einfachen Modell und ein wenig Argumentation haben wir also festgestellt, dass die horizontalen Schichten, die einen Großteil des östlichen Australiens bedecken, im ersten Teil der Sintflut abgelagert wurden, während das Hochwasser vorrückte. Den gleichen Ansatz können wir auch bei anderen Lagerstätten in anderen Teilen Australiens anwenden. Die mittels des geologischen Prozesses der Metamorphose umgestalteten und gefalteten Felsen entlang der Ostseite Australiens wurden in der Frühphase der Sintflut gebildet, und die Erosion, die die Landschaft formte, fand mit dem Rückgang der Sintflutgewässer statt. Die meisten der oberflächennahen Lavaströme entlang der Ostküste Australiens, darunter die auf Phillip Island bei Melbourne und die Glass House Mountains bei Brisbane, brachen zu einem späten Zeitpunkt der Sintflut aus.

Sobald wir die biblische Geschichte mit der Geologie in Verbindung gebracht haben, können wir eine geologische Historie eines Gebietes entwickeln, die mit der Bibel übereinstimmt, wie auch der Artikel über die geologische Geschichte des Gebietes um Brisbane, Australien, zeigt. In der Tat können wir eine vorläufige Neuinterpretation der geologischen Säule entwickeln, die es uns ermöglicht, Nachrichtenberichte, Touristeninformationen und geologische Berichte im biblischen Rahmen zu verstehen.

Ein verändertes Weltbild

Die biblische Geologie ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der Gesteinsformationen, was uns dann wiederum auf den Verlauf der Geschichte unserer Welt schließen lässt. Ein solches Verständnis von Geologie verändert die Art und Weise, wie wir die Erde und unseren Platz darauf sehen.