Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste.

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen

Ich akzeptiere die Vereinbarung

Der Mensch erorbert den Himmel – nur welchen?

von ER

Der Traum vom Fliegen

Den Kopf in den Nacken gelegt, die Augen wegen des hellen Sonnenscheins leicht zugekniffen und mit dem Blick einem Adler folgend, wie er seine Bahnen am strahlend blauen Himmel zieht – so etwa könnte Agur seine Beobachtung gemacht haben, die ihm „zu wunderbar“ war. Warum/Wie kann ein Vogel fliegen? Der sehnsuchtsvolle Blick in den Himmel gehört zu uns Menschen dazu – und erinnert uns an unsere Begrenztheit, unsere Bindung an die Erde. Der Traum vom Fliegen nährte seit jeher die Hoffnung auf eine völlig neue Freiheit. Die alten Griechen erzählten von Daedalus und seinem Sohn Ikarus, die auf der Insel Kreta festgehalten wurden. Daedalus‘ Einfallsreichtum verhalf ihnen zur Flucht: Mit Wachs und Federn stellten sie Flügel her, mit denen sie fliehen konnten. Ikarus‘ Flucht endete, als er in seiner Überheblichkeit der Sonne zu nahe kam und das Wachs schmolz.

Der physiologische Irrtum

Ich richtete mein Herz darauf, mit Weisheit alles zu erforschen und zu ergründen, was unter dem Himmel getan wird. Das ist ein mühseliges Geschäft, das Gott den Menschenkindern gegeben hat, damit sie sich mit ihm plagen sollen.
Prediger 1:13
 

Die aufmerksame Beobachtung des Vogelflugs inspirierte Gelehrte wie Leonardo DaVinci zu viel beachteten Entwürfen, die in dem „Kodex über den Vogelflug“ zusammengestellt sind. Das wiederum inspirierte „Vogelmenschen“ wie z.B. John Damian, der sich mit Hühnerfedern bestückt vor den Augen seines Königs vom Schloss Stirling in Schottland stürzte. Ein gebrochener Oberschenkel war die Folge. 300 Jahre später versuchte der Schneider von Ulm mit einer Hängegleiter-Konstruktion die Donau zu überqueren – auch er scheiterte. Aus heutiger Sicht ist klar, dass diesen Vorhaben ein physiologischer Irrtum zugrunde liegt: Der Mensch ist nun mal kein Vogel! Er hat nicht die nötige Knochenstruktur, Muskulatur und aerodynamischen Voraussetzungen, um wie ein Vogel abzuheben.

Erst leichter als Luft…

Einige Jahrzehnte früher gelang bereits den französischen Brüdern Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier eine bahnbrechende Entwicklung. Ein kugelähnlicher Sack aus Leinen, innen mit Papier ausgekleidet und mit einem Netz aus Schnüren verstärkt, wurde mit dem Rauch von verbrannter Wolle und Stroh gefüllt und startete so zu einem etwa 2 Kilometer weiten Flug. Ob dieses Fliegen überlebt werden kann, wurde dann mit den ersten Passagieren erprobt: ein Hammel, ein Hahn und eine Ente bewiesen die Unbedenklichkeit für den Menschen. Noch im selben Jahr 1783 starteten Menschen zur ersten freien Ballonfahrt. Der Himmel wurde also „erobert“ mit Fluggeräten, die leichter als Luft waren. Ähnliches wurde mit Starrluftschiffen verfolgt (umgangssprachlich häufig „Zeppeline“ genannt nach Ferdinand Graf von Zeppelin, dem erfolgreichsten Entwickler; das erste Metallluftschiff geht auf den Ungarn David Schwarz zurück). Hier wurden gekapselte Metallbehälter mit Gasen gefüllt, die leichter als Luft waren und so ein Emporsteigen ermöglichten. Der Himmel schien zum Greifen nahe – bis zum 6. Mai 1937, dem Tag der tragischen Hindenburg-Katastrophe, als innerhalb von Sekunden das größte Luftschiff der Welt in Flammen aufging. Damit war die Geschichte der Starrluftschiffe so gut wie beendet. Heißluftballons erfreuen sich zwar auch heute noch großer Beliebtheit, sind aber nur begrenzt flexibel und ihre Flugrichtung an die Winde gebunden.


…dann schwerer als Luft

Der Faszination vom Fliegen waren damit die Flügel aber nicht gestutzt. Im Gegenteil. Noch während man vor allem auf das Prinzip „Leichter als Luft“ setzte, gelang Otto Lilienthal der Durchbruch zum kontrollierten Gleitflug mit einem Flugapparat, der schwerer als Luft war. Dieser Entwicklung waren akribische theoretische Vorarbeiten vorangegangen, bezeichnenderweise zusammengefasst in seinem Buch „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“ (1889). Auch wenn der Mensch kein Vogel ist, liefert die Schöpfung die nötigen Informationen, um das Fliegen zu ermöglichen. Ein klassisches Beispiel für die Bionik (die Übertragung von Naturphänomenen auf die Technik). Ab 1891 führte Lilienthal viele Hundert Gleitflüge durch und optimierte beständig seine Flugapparate. 1886 stürzte er bei einem seiner Flüge ab und verstarb am Folgetag. Die US-amerikanischen Brüder Wilbur und Orville Wright waren ebenfalls begeistert von der Idee, den Menschen flugfähig zu machen und wussten von Lilienthals Erfolgen. Sie vermuteten, dass eine bessere Steuerfähigkeit des Gleiters seinen Tod hätte verhindern können. So widmeten sie sich insbesondere der Entwicklung einer soliden Steuerung für Gleitflugzeuge. Erst danach galt ihr Interesse dem Motorflug. Am 17. Dezember 1903 war es dann soweit: der Wright Flyer hob zu seinen ersten vier Flügen ab und gilt seither als erstes motorisiertes Luftfahrzeug der Welt.

Ein Jahrhundert, seit der Mensch in der Luft ist

Im letzten Jahrhundert, seit der Mensch das Fliegen „gelernt“ hat, ist viel geschehen. Auf der Jagd nach immer neuen Rekorden ging es zunächst um ein Höher, Weiter, Schneller. Mit der Zeit wurde Fliegen aber auch immer sicherer und effizienter. Heute ist Fliegen alltäglich und hat doch nichts von seiner Faszination eingebüßt. Wer heute den Himmel erstürmen will, hat unzählige Möglichkeiten: mit dem Hängegleiter, im Ultraleichtflugzeug, dem Airbus A380 oder einem Eurofighter; ebenso ist der Heißluftballon möglich und selbst Luftschiffe gibt es heute noch, aber auch zahllose Varianten von Hubschraubern, Gleitschirmen, Wingsuits, Segelflugzeugen etc. Der Mensch ist vielleicht nicht dafür gemacht, aber er kann fliegen! Immer höher, immer weiter, immer schneller. Selbst der Rekord des medienwirksamen Stratosphärensprungs von Felix Baumgartner am 14. Oktober 2012 aus unfassbaren 38.969 m wurde von Alan Eustace bereits um weitere 2.500 m überboten. Der Mensch fliegt – in diesem Fall nur mit Schutzanzug und Fallschirm ausgestattet, und das schneller als der Schall! Der Mensch hat es sogar geschafft noch viel weiter zu fliegen. Die Erdatmosphäre ist nicht die Grenze geblieben, aus der Luftfahrt ist die Raumfahrt geworden. Der Mond trägt menschliche Fußspuren, der Mars ist das nächste Ziel…



Himmelfahrt in die Ewigkeit

Den Weg des Adlers am Himmel hat der Mensch verstanden. Aber den Weg des Menschen in den Himmel Gottes? Lufthimmel und Sternenhimmel sind erobert, aber weitaus wichtiger ist es, in den Wohnort Gottes zu gelangen. Das geht nur durch Glauben an den, der den Himmel von oben durchbrach – Jesus Christus: „Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.“ (Eph 4:10) Dort sitzt er nun zur Rechten Gottes und verwirklicht sein Versprechen, uns eine Stätte vorzubereiten. Er hat auch gesagt: „…so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“ (Joh 14:3). Das wird die letzte und weiteste Himmelfahrt des Menschen sein: „Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“ (1Thess 4:17) Bist du dabei?

Drei Dinge sind mir zu wunderbar, ja, vier begreife ich nicht: den Weg des Adlers am Himmel, den Weg der Schlange auf einem Felsen, den Weg des Schiffes mitten im Meer, und den Weg des Mannes zu einer Jungfrau.
Sprüche 30,18-19