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Ich akzeptiere die Vereinbarung

von Lita Cosner und Gary Bates

Es herrscht viel Verwirrung über die Lehre vom Himmel und dem zukünftigen neuen Himmel und der neuen Erde. Viele Christen, die sich darauf freuen, nach unserem physischen Tod hier auf der Erde bei Jesus zu sein, haben keine wirkliche Vorstellung davon, wie unsere ewige Existenz „aussehen“ wird, oder was sie beinhalten wird. Oft lesen sie vom neuen Himmel und von der neuen Erde, die in Offenbarung 21-22 beschrieben sind, und stellen sich dann vor, für immer in einer Art von ätherischem Reich zu existieren, statt in einem realen, wiederhergestellten, materiellen Universum. Die Bibel hat uns jedoch viel darüber zu sagen, was uns erwartet, und wenn wir unseren zukünftigen Zustand verstehen, hilft es uns auch zu verstehen, was wir beim Sündenfall verloren haben. Dies hat auch ernste Auswirkungen für diejenigen, die die Schöpfungsereignisse in 1. Mose allegorisieren möchten, um Millionen von Jahren evolutionärer Geschichte hinzuzufügen.

In 1. Korinther 15 nimmt Paulus eine kühne Stellung in Bezug auf die Auferstehung ein:

„Wenn aber Christus verkündigt wird, dass er aus den Toten auferstanden ist, wieso sagen denn etliche unter euch, es gebe keine Auferstehung der Toten? Wenn es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferstanden! Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube! Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir von Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt hat, während er ihn doch nicht auferweckt hat, wenn wirklich Tote nicht auferweckt werden! Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; dann sind auch die in Christus Entschlafenen verloren. Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen!“
1. Korinther 15:12-19
 

Paulus sagt, dass wir an die physische Auferstehung Christi glauben müssen, um gerettet zu werden – so wichtig ist die Angelegenheit. Der Grund dafür ist, dass unsere zukünftige Auferstehung, auf die wir warten, von gleicher Art ist wie die Auferstehung Jesu. Die Auferstehung der Toten ist also ein Aspekt des Evangeliums; du kannst nicht Christ sein und nicht glauben, dass wir (Gläubige) für immer mit Christus leben werden – in realen, materiellen, auferstandenen Körpern. Aber wo werden diese Körper leben? Das Zeugnis der Schrift ist klar und einstimmig, dass die neuen Himmel und die neue Erde (nach 2Petr 3:13) ein materieller (aber auch spiritueller) Bereich sein werden.

In der Bibel ist von mehreren Himmeln die Rede, siehe Die neue Erde. Hier in diesem Zusammenhang sind die ersten beiden Himmel gemeint: der Lufthimmel und der Sternenhimmel.
 

Bevor wir fortfahren, möchten wir [gemeint ist CMI, Anm. d. Übers.] darauf hinweisen, dass wir, auch wenn wir bei der Behandlung dieses Themas die Zukunft betrachten müssen (Eschatologie), keine bestimmte konfessionelle oder eschatologische Position einnehmen, die über unser Arbeitsfeld (die Erforschung der Ursprünge) hinausgeht.

Wie wir sehen werden, ist eine vollständig wiederhergestellte Schöpfung (wie im Buch der Offenbarung und in anderen Stellen der Bibel dargestellt) eindeutig mit den Ereignissen im Garten Eden verbunden und Teil aller eschatologischer Hauptsichtweisen. Die Lehre von den neuen Himmeln und der neuen Erde war während der gesamten christlichen Geschichte standardmäßig eine Kernlehre der evangelikalen Kirche und aller wichtiger (nichtsektiererischer) Konfessionen.


Diese gegenwärtige Welt wird vergehen

Die Bibel lehrt, dass die gegenwärtige Erde (und mit ihr die gesamte Schöpfung; vgl. Rö 8:22) wegen der anwesenden Sünde verflucht ist und vernichtet werden wird. Petrus schreibt:

„Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden!“
2. Petrus 3:10-14
 

Zu beachten ist, dass Petrus nicht in Bildern spricht. Nur kurz zuvor erinnert er seine Leser daran, dass Gott ganz real in der Vergangenheit den gesamten Globus mit einer verheerenden Flut gerichtet hat. Er sagt nicht: „Es wird so sein, als ob die Himmel verbrennen werden“. Er sagt deutlich, dass Gott tatsächlich das Universum verbrennen wird und „neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt“ errichten wird. Und er benutzt diese Tatsache, um seine Leserschaft zu ermahnen, ein Leben zu führen, das sich für Bürger der neuen Himmel und der neuen Erde geziemt.

Es ist keine Überspitzung, hier von einer „Unschaffung“ der Himmel und der Erde zu bezeichnen – viele Gerichte in der Bibel sind Umkehrungen der Schöpfung; zum Beispiel versetzte die Flut die Schöpfung in den Zustand vor der Trennung von Land und Wasser am zweiten Schöpfungstag, und Jeremia 4:23 weist auf eine zukünftige „Unschaffung“ hin, die das Universum in den Zustand zurückversetzen wird, der in 1. Mose 1:2 beschrieben ist.

Abhängig von der eigenen eschatologischen Haltung können viele der verschiedenen Gerichte in der Offenbarung (z. B. die Tötung eines Drittels der Menschheit [9,15]) entweder symbolisch oder eher wörtlich aufgefasst werden, aber das lenkt vom Hauptgegenstand dieses Artikels ab – das, was am Ende geschieht. Es ist nicht unser Anliegen, die Details zu diskutieren, sondern das große Gesamtbild zu deutlich zu zeichnen. Und das sieht so aus, dass die gegenwärtige Schöpfung wegen der Sünde ein schreckliches, gänzlich vernichtendes Gericht erleiden wird. Aber die Vernichtung ist nicht das Ende der Geschichte, weil Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird, „denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen“ (Offenbarung 21,1), und die Gläubigen werden ewig in dieser neuen Schöpfung leben.

Wieso wird diese Welt zerstört werden?

Ein ganzes Universum zu zerstören scheint eine ziemlich drastische Lösung für das Problem einer gefallenen Welt zu sein. Die Bibel bringt jedoch deutlich zum Ausdruck, dass die gesamte Schöpfung gefallen ist. Römer 8:19-23 sagt:

„Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt; und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.“ (Hervorhebungen hinzugefügt)
 

Als Adam sündigte, wurde die Erde um seinetwillen verflucht (1. Mose 3:17-19), und die Erde wurde weiterhin durch Mord, Gewalt und Unmoral verunreinigt (1. Mose 6:11-12; 3. Mose 18:24-28; 4. Mose 35:33; Psalm 106:38; Jeremia 3:2.9; 16:18). Aber nicht nur die Erdoberfläche, sondern das gesamte Universum, die ganze Schöpfung (Griechisch ktisis) ist verflucht. Deshalb braucht die ganze Schöpfung eine Wiederherstellung.

Weil die Erde vom Fluch getroffen und weiter durch die Sünde des Menschen verunreinigt wurde, ist sie kein geeigneter Lebensraum für auferstandene, vollkommene Menschen. Wie könnten wir unter Fossilien, Friedhöfen und Bauwerken, die an den Tod erinnern (auch wenn sie leer stehen) auf einer von der Sintflut gezeichneten Erde leben, die von Gottes großem Gericht über die Sünde zeugt? Wie können wir für immer in Nachbarschaft eines Sterns leben, der eine begrenzte Lebenszeit hat, oder in einem Universum mit eingebauten nicht-ewigen Eigenschaften, das schließlich einen „Hitzetod“ erleiden wird? All das erinnert daran, dass der Tod ein Feind ist, der die ganze Schöpfung erobert hat; es erinnert uns aber auch daran, dass Christus den Tod überwunden und uns damit gezeigt hat, worauf wir hoffen dürfen:

„Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. […] Als letzter Feind wird der Tod beseitigt.“
1. Korinther 15:21-22,26
 

Genauso, wie unsere Körper sterben, zum Staub zurückkehren und als neue Körper auferstehen werden (die allerdings immer noch eine gewisse Übereinstimmung mit unseren früheren Persönlichkeiten aufweisen), ist die Erde gefallen und wird zerstört, anschließend jedoch erneuert werden. Die Wiederherstellung der Erde ist direkt vergleichbar mit der Auferstehung der in Christus Erlösten. Genauso, wie wir sterben müssen, bevor wir auferweckt werden, muss die Erde zerstört werden, bevor sie erneuert wird. Es ist keine „ultimative“ oder endgültige Zerstörung; es ist eine Zerstörung, die den Weg für ihre Neu-Erschaffung freimacht.

Die neue Welt, auf die wir warten

In 1. Mose wird der Ausdruck „die Himmel und Erde“ benutzt, um die gesamte materielle Schöpfung (das Universum) miteinzuschließen. Wenn die Bibel (2. Petrus 3:13; Offenbarung 21-22) den Ausdruck „neue Himmel und neue Erde“ benutzt, hat es eine gleicherweise allumfassende Bedeutung. Es ist ein Hinweis auf eine Kontinuität zwischen der neuen und der alten Schöpfung. Aber das Wort „neu“ beinhaltet auch den Gedanken „höherwertig“ oder „verbessert“, so dass das Alte überholt sein wird. Die Bibel liefert uns einige Bilder von der neuen Welt. Wenn wir wissen wollen, wie eine nicht gefallene materielle Schöpfung aussieht, müssen wir logischerweise beim Garten Eden beginnen. Der Garten Eden war Gottes ideales Paradies auf der Erde. Es war ein Ort, der besonders gut dafür geeignet war, dass die Menschen ein bequemes Leben mit leichter, angenehmer Arbeit verbrachten (1. Mose 2:15) und ihren Schöpfer ehrten. Für alle Bedürfnisse Adams und Evas wurde gesorgt, und sie waren in regelmäßiger, direkter Gemeinschaft mit Gott. Es gab keine Sünde, keinen Tod und kein Hindernis für die Beziehung zwischen den Menschen und Gott.

In den neuen Himmeln und der neuen Erde erfolgt eine Rückkehr zu einem sündlosen Zustand ohne Leid oder Übel irgendeiner Art, mit unbegrenztem Zugang zu Gott (Offenbarung 21:3-4). Das alles ist möglich, weil Christus durch sein Opfer für unsere Sünden bezahlt hat. Aber es ist sogar noch besser als die ursprüngliche Schöpfung, weil es nicht einfach nur eine Rückkehr zum Garten Eden ist. Stattdessen wird Gott sowohl die besten Teile der Kultur als auch der Erde erlösen.

Die wichtigste Verbesserung in den neuen Himmeln und der neuen Erde wird sein, dass es nie mehr eine Möglichkeit zu sündigen oder eines neuen Sündenfalls geben wird. „Weil ‚der Lohn der Sünde … der Tod‘ ist (Römer 6:23), ist in der Verheißung, dass es keinen Tod mehr geben wird, auch die Verheißung enthalten, dass es keine Sünde mehr geben wird. Diejenigen, die niemals sterben werden, können auch niemals sündigen, weil der Tod die Strafe für die Sünde ist. Sünde hat Trauer, Geschrei und Schmerz zur Folge. Wenn diese Dinge nie mehr vorkommen werden, dann kann auch Sünde nie mehr vorkommen.

Wird die neue Erde materiell sein?

Wie bereits erwähnt denken manche, dass unser ewiges Ziel ein ätherischer Ort ist, der von körperlosen Geistwesen bevölkert wird. Doch dies beruht auf der Verwechslung von zwei Orten: dem Ort, an dem gestorbene Gläubige die Auferstehung erwarten (Paradies oder Himmel genannt), und dem Ort, an dem wir nach Vollendung aller eschatologischen Ereignisse existieren werden. Paulus schrieb dazu:

„Darum sind wir allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leib daheim sind, sind wir nicht daheim bei dem Herrn. […] Wir sind aber getrost und wünschen vielmehr, aus dem Leib auszuwandern und daheim zu sein bei dem Herrn.“
2. Korinther 5:6;8
 

Die Bibel sagt deutlich, dass Gläubige, die sterben, obwohl sie bereits „daheim … bei dem Herrn“ sind, noch die Auferstehung der Toten erwarten, bei der unsere Körper umgewandelt werden, um dem Körper Jesu gleich zu sein. Wiederum sagt Paulus:

„So ist es auch mit der Auferstehung der Toten: Es wird gesät in Verweslichkeit und auferweckt in Unverweslichkeit“
1. Korinther 15:42
 

Zu dem Zeitpunkt werden wir auch moralisch vollkommen gemacht, sodass wir niemals sündigen werden. Die neuen Himmel und die neue Erde werden genauso materiell sein wie die gegenwärtigen Himmel und Erde. Genauso, wie der Ort, an dem vollkommene Menschen leben, nicht von Sünde beeinflusst sein kann, kann er auch nicht ätherisch oder nicht-materiell sein. Wir werden zu dem Zeitpunkt genauso sehr eine von Physik beherrschte, materielle Welt zum Leben brauchen, wie heute. Und die Beschreibungen dieser Welt, wie wir sie in der Bibel finden, enthalten wiedererschaffene Tiere und Bäume, Städte, Straßen, Flüsse und andere materielle Dinge. Gerade umgekehrt, die neue Erde wird niemals in „ätherischen“ oder geisterhaften Ausdrücken beschrieben.

Was ist mit dem „geistlichen Leib“?

In 1. Korinther 15:44 sagt Paulus: „es wird gesät ein natürlicher Leib, und es wird auferweckt ein geistlicher Leib.“ Manche Leute fassen das so auf, dass wir, wenn wir auferweckt werden, eine Art ätherisches Wesen sein werden. Diese Interpretation beruht jedoch auf einem Missverständnis. Die Ausdrücke „natürlich“ und „geistlich“ beziehen sich nicht auf das „Material“, aus dem der Körper besteht, sondern darauf, was uns motiviert und unser Verlangen antreibt. Beispielsweise benutzte Paulus vorher dasselbe griechische Wort pneumatikos, um eine „geistliche“ Person zu beschreiben, bei der es sich offensichtlich um eine materielle Person handelte (1. Korinther 2:15). Wir müssen uns vor Augen halten, dass wir sogar in unserem sündigen materiellen Körper immer noch geistliche Wesen sind. Auch der Herr Jesus wurde als „lebendigmachender Geist“ bezeichnet (1. Korinther 15:45, Anm. d. Übers.). Es ist also möglich, zur gleichen Zeit materiell und geistlich zu sein. Und auf dieselbe Weise werden die neuen Himmel und die neue Erde sowohl ein materieller als auch ein geistlicher Ort sein. Der Geist ist nicht die Summe unseres Seins, aber ein Teil davon. Das ist der Grund, weshalb Gott zuerst Adams Körper aus dem Staub der Erde bildete, ihn dann anhauchte und der Mensch „eine lebendige Schöpfung“ oder „lebendige Seele“ wurde (Hebräisch nefesch chayah, 1. Mose 2:7).

In der jetzigen Zeit sind wir selbst in unseren besten Momenten Sünder, auch wenn uns vergeben ist. In der Auferstehung wird unser Verlangen vollkommen mit Gottes Willen in Einklang gebracht werden. Wir werden nicht nur unfähig sein, zu sündigen, wir werden auch nicht sündigen wollen. Es wird für uns völlig unbegreiflich sein, wie man sündigen kann.

Werden wir Zeit erleben?

Wenn die neuen Himmel und die neue Erde aus Materie bestehen werden, dann werden sie Raum einnehmen. Und wir wissen, dass Raum (Ausdehnung) und Zeit miteinander verbunden sind und in einer Beziehung zueinander stehen. Es ist eine übliche Annahme, dass das ewige Leben zeitlos sein wird, aber das ist nicht wirklich korrekt. Zeit, wie wir sie verstehen, begann mit der Erschaffung des materiellen Universums. Und der Zeitrahmen, der in der Bibel gebraucht wird, ist der Zeitrahmen der Erde. Wenn eine Lichtquelle auf die Erde scheint und die Erde sich einmal dreht, ist ein Tag vergangen. Nur Gott ist also außerhalb der Zeit, weil er schon vor seiner Schöpfung existierte – nur das, was keinen zeitlichen Anfang hat, kann jemals außerhalb der Zeit sein. Jedes erschaffene Wesen erlebt Zeit und wird immer das Leben als kontinuierliche Abfolge von Ereignissen erleben, einen Moment nach dem anderen. Wenn wir im Himmel ein Loblied singen werden, werden wir ein Wort nach dem anderen singen, und wir werden – während die Zeit vergeht – die Takte des Liedes zählen müssen. Wenn wir von einem Ort zum anderen gehen, werden wir für die Reise Zeit brauchen. Es ist nicht sicher, wie diese Zeit gemessen werden wird, aber sie wird sicherlich in irgendeiner Form erlebt werden.

Gottes Triumph in der wiederhergestellten Schöpfung

Der Autor und ehemalige Pastor Randy Alcorn schreibt: „Gott hat niemals seine ursprüngliche Schöpfung aufgegeben. Trotzdem haben wir es irgendwie geschafft, ein komplettes biblisches Vokabular zu übersehen, das diese Tatsache deutlich macht. Erlösen. Wiederherstellen. Retten. Zurückkehren. Erneuern. Wiederbeleben. Diese Begriffe weisen auf eine Rückkehr zu einem ursprünglichen Zustand hin, der verdorben wurde oder verlorengegangen ist. Gott sieht uns immer im Licht dessen, was wir ursprünglich sein sollten, und er verfolgt immer das Ziel, uns in diesen Zustand zurückzuführen. Genauso sieht er die Erde im Kontrast dazu, was sie eigentlich sein sollte, und er will sie in ihren ursprünglichen Zustand zurückführen.

Ein wichtiger theologischer Grund, weshalb die neue Erde materiell sein muss, ist folgender: wenn Gott nicht die materielle Welt erlöst oder wiederherstellt, dann gewinnt Satan, weil er dann Gottes ursprüngliche Absicht bei der Erschaffung der Welt vereitelt hat. Die Bibel sagt uns, dass Gott alles zunichtemachen wird, was Satan getan hat, und Er wird die Schöpfung sogar noch besser machen als vorher. Am Ende des Buches der Offenbarung ist die Sünde weg. Gott wird für seine Barmherzigkeit und Gnade gepriesen, und Jesus wird als Retter der Nationen verherrlicht. Die Menschen sind auferstanden. Wir sind in der Auferstehung nicht nur sündlos; wir haben ein positives, gerechtes Wesen und können nie wieder in Sünde fallen. Die Erde muss auf gleiche Weise wiederhergestellt werden, sonst besteht eine große Lücke in dem, wie wir Gottes Erlösungshandeln wahrnehmen.

Kompromisse mit 1. Mose führen zu einem Neue-Himmel-neue-Erde-Problem

Wenn man in der Bibel von der wiederhergestellten Schöpfung und den neuen Himmeln und der neuen Erde liest, besonders in den Kapiteln 21 und 22 der Offenbarung, ist es ganz klar, dass diese neue Schöpfung in Zusammenhang damit steht, was Gott ursprünglich in 1. Mose 1 getan hat. Die ursprüngliche Schöpfung und die neue Schöpfung sind untrennbar miteinander verflochten. Gott ist souverän und setzt letzten Endes seinen Willen durch, und wir können seinen Plan nur bewundern – selbst wenn er schon im Voraus von Satans Plänen wusste.

Diejenigen, die glauben, dass Gott irgendwie einen evolutionären Prozess benutzte, der mehrere Millionen Jahre dauerte, stehen hier einer schwerwiegenden Unstimmigkeit gegenüber. Vermutlich haben sie kein Problem mit dem, was oft als die „Selige Hoffnung“ bezeichnet wird – dieses zukünftige ewige Paradies, in dem alle Gläubigen für immer in einem wiederhergestellten Universum leben werden, das auf wunderbare Weise in einem Augenblick von Gott neu geschaffen wurde. Aber da die Erschaffung des neuen Universums der Erschaffung in 1. Mose entspricht, stellt sich die Frage, wie Gott für die Erschaffung des ursprünglichen Universums einen langwierigen, Tod und Leid beinhaltenden Prozess benutzt haben kann. Einfach gefragt: wird Gott mehrere Millionen Jahre Tod und Leid wiederherstellen? Außerdem: wenn wir in den neuen Himmeln und der neuen Erde Sterne sehen werden, die mehrere Milliarden Lichtjahre entfernt sind – meinen wir, dass Gott den Weltraum über Milliarden von Jahren hinweg „wiedererschaffen“ und ausbreiten wird (entsprechend einer Alte-Erde-Interpretation von 1. Mose)? Das ergibt natürlich keinen Sinn. Eine Möglichkeit wäre, das Konzept der neuen Himmel und der neuen Erde zu versinnbildlichen, wie es auch mit 1. Mose gemacht wird, aber dann muss man sich fragen, warum man sich darum sorgen sollte, gerettet zu werden, weil die Zukunft sowieso unsicher ist und man nicht wirklich darauf hoffen kann. Kurz gesagt: wenn Gottes ursprünglicher Plan mehrere Millionen Jahre Tod und Leid beinhaltete, was ist dann an dieser Schöpfung verkehrt? Warum sollte man sie zerstören und ein neues Universum erschaffen?

Die Lehre von den neuen Himmeln und der neuen Erde ergibt nur im Rahmen von Schöpfung, Fall und Wiederherstellung Sinn. Wenn Gott eine perfekte Welt ohne Sünde und Tod erschaffen hat, dann ist es sinnvoll, dass Gott die Welt in einen perfekten Zustand ohne Sünde und Tod zurückführen will. Aber jede Alte-Erde- oder evolutionäre Sichtweise stellt den Tod vor die Erschaffung Adams. Diese Ansichten entspringen nicht der Bibel, sondern resultieren aus der Akzeptanz einer philosophischen Annahme, die „Naturalismus“ genannt wird (der Glaube, dass natürliche Prozesse alles erklären können, was jemals in der Geschichte des Universums passiert ist). Sie machen also gewissermaßen den Tod zum Teil von Gottes ursprünglicher „sehr guter“ Schöpfung (vgl. 1. Mose 1:31). Die neuen Himmel und die neue Erde zeigen uns, wie die von Gott beabsichtigte Schöpfung aussieht – warum sollte Gottes ursprüngliche Schöpfung dann anders als die neuen Himmel und die neue Erde gestaltet gewesen sein (nämlich Sünde und Tod enthaltend)? Die neuen Himmel und die neue Erde sind ein kraftvolles Zeugnis für die ursprüngliche sehr gute Schöpfung.

Paulus schreibt: „sondern, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben«. Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist“ (1. Korinther 2:9-10a). Die Bibel sagt uns ganz genau, was wir erwarten dürfen, wenn wir auf Jesus vertrauen – ewiges Leben in einem vollkommenen Auferstehungskörper, in einem materiellen, wiederhergestellten Körper, in vollkommener sündloser Gemeinschaft mit Gott.